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Regeln der Präsidentenwahl in Frankreich

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Regeln der Präsidentenwahl in Frankreich

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Wer Frankreich regieren will, muss zuerst einmal 500 Paten finden, – französisch “parrainages”. Das können Bürgermeister sein, Parlamentsabgeordnete beider Kammern, französische EU-Abgeordnete, Funktionsträger auf regionaler Ebene.
Insgesamt rund 42.000 mögliche Paten gibt es.
Amtsinhaber Nicolas Sarkozy käme nach aktuellen Umfragen in 1. Wahlgang auf 27.5%.
Dem Sozialisten Francois Hollande werden 27% zugetraut. Marine Le Pen von der rechtsextremen Partei Front national liegt in Umfragen derzeit bei 17%. Der Zentrumspolitiker François Bayrou bei 13%. Für ein linkes Bündnis, zu dem auch die Kommunisten gehören, tritt Jean Luc Mélenchon
Umfrageergebnis: 11%
Glaubt man den Umfragen, dann könnte es schon im ersten Wahlgang auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hollande und Sarkozy hinauslaufen.
Aber solch ein erster Wahlgang ist immer für Überraschungen gut. Dieser erste Wahlgang der Präsidentenwahl ist für die kleinen Parteien die einzige Chance, überhaupt auf nationaler Ebene auf sich aufmerksam zu machen und für ihre Anhänger die Gelegenheit, auch einmal ins politische Geschehen ainzugreifen.
So könnte z.B. Jean-Luc Mélenchon dem linken Großkandidaten die entscheidenden Stimmen wegnehmen. Für sein 2008 gegründetes “antikapitalistisches Bündnis” werden je nach politischer Großwetterlage Vertreter aller möglichen linken Richtungen stimmen.
Kommen wir zu den “Kleinen”, die nur als Störfaktor für die “Großen” eine Rolle spielen.
Eva Joly. EU-Abgeordnete, jetzt für “europe ecologie” im Rennen. Bekannt wurde sie in den 90er als Anti-Korruptions-Untersuchungsrichterin.
Nathalie Artaud hat für die Trotzkisten von “Lutte ouvrière” das Erbe der berühmten Arlette Laguiller
angetreten, die sechsmal in den ersten Wahlgang zog. Nicolas Dupont Aignan ist ein Abtrünniger aus Sarkozys Partei, der auf den alten Gaullismus setzt.
Philippe Poutou hat bei der anderen trotzkistischen Richtung Olivier Besancenot abgelöst.
Der 71jährige Jacques Cheminade nennt sein Programm “Für Sollidarität und Fortschritt”.
Die Bedeutung diser 5 Kandidaten liegt darin, wie stark sie einem der Großkandidaten schaden können. Am nachdrücklichsten gelang das 2002, als plötzlich an Stelle des Sozialisten der rechtsextreme Le Pen den zweiten wahlgang erreichte.
Am 9. April beginnt offiziell der Wahlkampf – und endet am 20. April. Der erste Wahlgang findet am 22. April statt, der zweite Wahlgang dann zwei Wochen später am 6. Mai. Offiziell in sein Amt eingeführt wird der “Präsident der Republik” dann am 17. Mai
Gewählt wird er für 5 Jahre, worauf eine einmalige Wiederwahl folgen kann.