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Amokschütze von Kandahar post-traumatisch gestresst?  

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Amokschütze von Kandahar post-traumatisch gestresst?  

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Der mutmaßliche Amokschütze von Afghanistan hat nach Angaben seines Anwalts Gedächtnislücken. Er könne sich nicht daran erinnern, in Kandahar 16 Afghanen getötet zu haben, unter ihnen neun Kinder.  
 
Der Anwalt hatte den 38jährigen Robert B. zum erstenmal in Militärgefängnis im US-Bundesstaat Kansas getroffen.
 
 
John Henry Browne, Anwalt:
 
“Er erinnert sich nicht an alles, was an dem Abend passiert ist. Das muss aber nicht
Gedächtnisverlust bedeuten,” so der Anwalt nach einem “emotionalen Gespräch”, wie er sagt.
 
 
Der Soldat, ein ehemaliger Börsenmakler, Vater zweier Kinder und Scharfschütze, war nach der Tat in die USA gebacht worden. Gegen Ende der Woche soll Anklage erhoben werden.
 
Nach aktuellen Studien über die psychischen Folgen von Kriegseinsätzen leidet etwa ein Drittel aller Irak- und Afghanistan-Rückkehrer am sogenannten posttraumatischen Stress-Syndrom (PTSD) – je häufiger ein Soldat entsandt wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit. Der mutmaßliche Amokschütze von Kandahar war zum vierten Mal in einer Kampfzone stationiert.
 
 
Die Tat hat die Beziehungen zwischen Afghanistan und den USA stark belastet.
 
In Jalalabad forderten hunderte Afghanen, der Amokschütze sollte in Afghanistan vor Gericht gestellt werden, nach islamischen Gesetzen.
 
 
 
mit Reuters, dpa