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Kopten weinen um ihren Papst

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Kopten weinen um ihren Papst

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Mit einer Messe in der großen Kathedrale von Kairo haben sich tausende koptische Christen von ihrem Papst Schenuda III. verabschiedet. Ein Begräbnis hatte er sich im Wüstenkloster Amba Bishoi im Wadi Natrun gewünscht. Dorthin hatte ihn Ägyptens Präsident Anwar el-Sadat 1981 verbannt, weil er “Zwietracht” zwischen Kopten und Muslimen gesät hätte. Andere bescheinigen Schenuda, er habe sich von Anfang um Religionsfrieden bemüht und die “nationale Einheit” zwischen Christen und der muslimischen Mehrheit gepredigt.

Das Kirchenoberhaupt der größten christlichen Gemeinde im Nahen Osten war am Samstag gestorben. Schenuda wurde 88 Jahre alt –
mehr als 40 Jahre lang war er Oberhaupt der
weltweit bis zu 15 Millionen koptische Christen.

Eine große Lücke, vor allem für die Kopten in Ägypten. Diese Minderheit von rund zehn Prozent wurde immer wieder Ziel von Übergriffen. Und in den nächsten Monaten soll eine neue Verfassung entstehen.

Der Wahlritus für einen neuen “Papst von Alexandria und Patriarch des heiligen Stuhls von St. Markus” entstand aber in 2000 Jahren und dauert mindestens drei Monate. Drei Kandidaten werden herausgefiltert, ihre Namen auf Zettel geschrieben. Ein blindes Kind wählt einen davon aus.

mit dpa, Reuters, AFP