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Trauer und fieberhafte Ermittlungen

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Trauer und fieberhafte Ermittlungen

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Nach der Anschlagsserie in Frankreich gilt die höchste Alarmstufe im Südwesten des Landes. Sie sieht vor, dass Polizei und Militär gemeinsam an möglichen Tatorten arbeiten. Gleichzeitig kann es verstärkte Kontrollen in Zügen und eine Einschränkung des Luftverkehrs geben.
Die höchste Terrorstufe wurde nach dem Attentat an der jüdischen Schule in Toulouse ausgerufen. Am Montagmorgen hatte ein bewaffneter Motorradfahrer einen Rabbi, dessen zwei Kinder und ein weiteres Schulkind getötet.

Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Nicole Yardeni erinnerte sich an einen normal aussehenden, sehr entschlossen auftretenden Mann. Nach den Schüssen sei er ruhig und ganz organisiert weggefahren – wie jemand, der Tiere töte.

Erst vor wenigen Tagen waren in Toulouse und Montauban drei Soldaten erschossen und ein weiterer schwer verletzt worden.

Der Täter ist nach Meinung der Polizei identisch, da dieselbe Waffe benutzt wurde, und rechtsextrem.

Eine Spur führt zu einem ehemaligen Soldaten, der wegen seiner Neonazi-Aktivitäten aus dem Militär geflogen und seitdem untergetaucht ist. Für den Kriminologen Stéphane Bourgoin kommt ein Profil in Frage: Er erklärte, “es handelt sich hier um einen besonderen Typus – keinen Massenmörder wie Anders Breivik oder die Täter von Columbine. Er ist ein Serienmörder, aber gehört einer speziellen Unterkategorie an – den sogenannten Serienscharfschützen.”

Präsident Nicolas Sarkozy ordnete für diesen Dienstag um elf Uhr eine Schweigeminute in französischen Schulen an. Wegen der Tat wurde der Präsidentschaftswahlkampf für mehrere Tage unterbrochen.