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Attentäter plante weitere Morde

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Attentäter plante weitere Morde

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Amateuraufnahmen zeigen Mohammed Merah vor gut einem Jahr. Der 23jährige ist der mutmaßliche Attentäter von Toulouse, er soll drei Kinder und vier Erwachsene kaltblütig erschossen haben.

Noch immer verschanzt er sich in einer Wohnung in dieser Strasse im Osten von Toulouse. Seit dem frühen Mittwochmorgen umstellen Spezialeinheiten der französischen Polizei das Gebäude, die Häuser der Umgebung wurden evakuiert. Immer wieder hat Merah angekündigt, sich bald egeben zu wollen. Doch seit Stunden hat sich die Situation in der Rue Sergent Vigné nicht verändert.

Nach Angaben des Staatsanwalts von Paris, Francois Moltins, hat Merah präzise über weitere von ihm geplante Attentate berichtet:
“Er bedauert nichts – außer, dass es ihm nicht gelungen ist, mehr Menschen zu töten. Er brüstet sich damit, Frankreich in die Knie gezwungen zu haben.”

Der frühere Anwalt des Tatverdächtigen, Christian Etelin, hält Merahs Schuld für erwiesen: “Man könnte denken, dass Mohammed Merah ein widersprüchlicher Charakter ist, in jedem Fall sehr komplex. Beides trifft zu. Und er ist jemand, der fähig ist, fürchterliche Dinge zu tun. Er hat wohl gewusst was er tut, daher halte ich ihn für schuldig.”

Unterdessen hat die Polizei einen Motorroller, Merahs Fluchtfahrzeug, sowie den Wagen seines Bruders sichergestellt.

Behörden und Medien gegenüber erweist sich der mutmaßliche Attentäter als auskunftsfreudig. Er habe mit den Morden vor der jüdischen Schule palästinensische Kinder rächen wollen. Die Schüsse auf die Soldaten habe er aus Protest gegen den französischen Militäreinsatz in Afghanistan abgefeuert. Dorthin war Mohammed Merah gereist, als einfacher Tourist, wie er dem französischen Geheimdienst versicherte. Der hatte ihn nämlich bereits im vergangenen November zu seinen Reisen vernommen.