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Chronik einer Mörderjagd

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Chronik einer Mörderjagd

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Hier in dieser sonst ruhigen Wohngegend von Toulouse spielte sich das letzte Kapitel der Mörderjagd ab. Der inzwischen von den französischen Sicherheitsorganen als Täter identifizierte Mohamed Merah hatte sich in seiner Wohnung verschanzt. In der Nacht zum Mittwoch riegelte die Polizei das Viertel ab und brachte Anwohner in Sicherheit.
Begonnen hatte es mit der Verkaufszeige, die der Soldat Imad Ibn Ziaten ins Internet stellte.
Er schrieb dazu: “..der Motorroller ist wenig gefahren, weil ich viel weg war, ich bin beim Militär.” Am vereinbarten Treffpunkt vor einer Sporthalle bekam der Soldat ein Kugel in den Kopf.
Der Mörder floh mit seinem Roller.
Am 15. März verliessen drei Soldaten kurz ihre Kaserne in Montauban, um an einem Automaten in der Nähe Geld abzuheben. Der Mörder wartete schon. Zwei Soldaten waren sofort tot, der dritte ist schwer verletzt. Hier stellten die Ermittler fest, dass die gleiche Waffe wie vier Tage zuvor benutzt worden war. Inzwischen wurde auch eine Spur im Internet verfolgt. Genau 576 IP-Adressen mussten die Fachleute der Polizei überprüfen – dann hatte sie jenes verhängnisvolle Verkaufsangebot – und eine Spur zu dem, der sich daraufhin gemeldet hatte. Die IP-Adresse führte zu einer Mutter, deren zwei Söhne der Polizei bereits bekannt waren.
Das geschah am 17. März.
Die Brüder Abdelkader und Mohamed Merah, wurden nun gezielt überwacht. Denoch gelang Mohamed Merah noch ein dritter Mordanschlag.
Am Montag, dem 19. März erschoss er vor einer jüdischen Schule den Rabiner Jonathan Sandler, dessen zwei Kinder und eine 8jährige Schülerin.
Mit den Aufnahmen aus der Videoüberwachung der Schule erstellten Polizeispezialisten ein Täterprofil.
Und das wies auf den bereits polizeibekannten Mohamed Merah hin. Rund 15 Straftaten standen bereits in seiner Akte. Dann machte der Täter am 20. März den entscheidenden Fehler.
In Frankreich werden solche Zwreiradfahrzeuge grundsätzlich mit einen GPS-Sender ausgestattet, über den man sie im Falle eines Diebstahls orten kann. Der Käufer weiss nicht, an welcher Stelle im Fahrzeug der kleine Chip sitzt. Mohamed Merah fuhr in diese Werkstatt in Toulouse und wollte den Chip deaktivieren lassen. Damit hatte ihn die Polizei auf dem Schirm.