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"Ich hätte Mohamed Merah lieber vor dem Richter gesehen"

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"Ich hätte Mohamed Merah lieber vor dem Richter gesehen"

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In Toulouse beruhigen sich im Viertel Côte Pavée die Gemüter wieder – die 300 Polizisten sind größtenteils abgezogen, die die Sozialwohnung des mutmaßlichen Serienmörders Mohamed Merah fast eineinhalb Tage belagert hatten, bevor er von einer Kugel getroffen aus dem Fenster stürzte.

Die Nachbarn entspannen sich langsam.

Eine Frau:

“Nun, er hatte doch offenbar beschlossen, dass er da nicht lebend rauskommen will. Wir haben also so etwas erwartet. Sehr überrascht sind wir nicht.”

Frage: “Hätten Sie ihn lieber vor Gericht gesehen?”

“Ja, ja, ja. Ich hätte ihn lieber vor dem Richter gesehen.”

An der jüdischen Schule Ozar Hatora versuchen Eltern und Kinder, die Morde von Anfang der Woche zu verarbeiten. Die meisten der 200 Kinder kamen wieder zum Unterricht – nur der Direktor fehlte: Seine 7jährige Tochter ist unter den Toten.

Marc Fridman, Vater des Schülers Maxime Fridman:

“Es ist ein deutliches Gefühl der Zufriedenheit. Heute sind unsere Kinder wieder zur Schule gegangen. Gut zu wissen, dass der Verrückte niemandem mehr schaden kann. Ehrlich, wir sind sehr zufrieden.”

Am Montag waren hier drei Kinder und ein Erwachsener erschossen worden.