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Kein Schiff wird kommen - Portugal streikt

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Kein Schiff wird kommen - Portugal streikt

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“Besetzt die Straßen, blockiert alles” – mit solchen Slogans hat der größte Gewerkschaftsverband Portugals (CGTP) zu einem Generalstreik aufgerufen.

In Lissabon und anderen Städten sind Demonstrationen gegen Sparmaßnahmen und Reformen des Arbeitsmarktes geplant. Frühmorgens standen in der Hauptstadt U-Bahnen und Fähren komplett still.

Hilda Bernadette, bei der U-Bahn beschäftigt:

“Wir streiken wegen der Maßnahmen der Troika (EU, IWF, EZB). Zum Beispiel wurden Weihnachts- und Urlaubsgeld gekappt. Beamte und Angestellte bei den öffentlichen Verkehrsmitteln verlieren dadurch zwei Gehälter pro Jahr.”

Auch Häfen und öffentliche Verwaltung wurden lahmgelegt – Schulen, Krankenhäuser, Bibliotheken, die Post, Museen und die Müllabfuhr sind im Massenausstand.

Armenio CARLOS, CGTP-Gewerkschaftsführer:

“Dies ist ein Kampf mit doppelter Verantwortung. Diejenigen, die Rechte haben, kämpfen um ihren Erhalt. Und sie kämpfen für die Rechte zukünftiger Generationen.”

Portugal ist – nach Griechenland und Irland – das dritte Land der Eurozone, das wegen drohender Staatspleite an den internationalen Finanztropf gehängt wurde. Im Gegenzug soll das Haushaltsdefizit halbiert werden. Die Wirtschaft schrumpft.

mit Reuters, AP, EFE