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Mutmaßlicher Serienkiller: Vom Jugendstraftäter zum Gotteskrieger

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Mutmaßlicher Serienkiller: Vom Jugendstraftäter zum Gotteskrieger

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Der mutmaßliche Täter: Mohamed Merah, 23, Franzose algerischer Herkunft, aus bescheidenen Verhältnissen, von Freunden als ruhig und freundlich beschrieben. Der Justiz bekannt wegen mehrerer Jugendstraftaten, zumeist Diebstahl, einer 18-monatigen Haftstrafe – und seiner Reisen nach Afghanistan und Pakistan.

“Er war den Behörden bekannt und wurde wegen seines Aufenthalts in Afghanistan überwacht, das wusste ich”, sagt sein Anwalt Christian Etelin. “Aber er ist zurückgekommen und verhielt sich ganz normal, keinesfalls durchgeknallt, auch nicht wie ein Fanatiker.”

Nach eigenen Angaben wurde der erklärte Gotteskrieger in Pakistan von Al-Kaida ausgebildet.
Ein Selbstmordattentat für Al-Kaida habe er verweigert, generell einen Anschlag nicht, erzählte er der Polizei während der stundenlangen Belagerung.

“Heute heißt Trainingslager auch Internet, Cyberspace”, erläutert der französische Terrorexperte Roland Jacquard, “und deshalb müssen die Terrorabwehrdienste die Überwachung dieser Webseiten ausweiten, denn dort bekommen diese Leute Instruktionen oder radikalisieren sich ganz allein.” In Frankreich gebe es etwa zehn solcher selbst radikalisierten Militanten.

Die Polizei will Merah lebend – nicht nur, um ihn vor Gericht zu bringen, sondern auch, um herauszufinden, ob er Einzelkämpfer ist oder andere dahinter stehen.