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Kritik an Vorgehen in Toulouse

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Kritik an Vorgehen in Toulouse

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Mohammed Merah, der mutmaßliche Attentäter von Toulouse, ist tot – erschoßen von einem Spezialkommando der französischen Polizei. Schon kurz nach seinem Tod wird Kritik laut an der Vorgehensweise der Entscheidungsträger. War die Stürmung der Wohnung nach 32-stündiger Belagerung wirklich das letzte Mittel Merah zur Aufgabe zu bewegen?

Der Staatsanwalt von Paris, Francois Molins, verteidigt die Entscheidung: “Er war bewaffnet und hat unaufhörlich auf die Polizisten geschossen, als ob er ein Maschinengewehr gehabt hätte. Er hat auf die Polizei mit einem 45er Colt gezielt und sich so Richtung Fenster bewegt. Als er vom Balkon sprang, wurde er von einem Gegenschuß der Eliteeinheit in den Kopf getötet.”

Merahs ehemaliger Anwalt, Christian Etelin, stellt die Vorgehensweise der Einsatztruppe in Frage: “Es hätte eine andere Möglichkeit gegeben, nämlich alles zu tun, um einen Dialog mit ihm zu etablieren, ihm eine realitätsnahe Perspektive zu eröffnen.”

Medienberichten zufolge verlangten Teile der französischen Opposition gar den Rücktritt von Innenminister Claude Guéant. Er habe seine rechtlichen Kompetenzen durch die ständige Herausgabe von Informationen während der Wohnungsbelagerung in Toulouse überschritten.