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Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte

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Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte

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Nach 32 Stunden Nervenkrieg töteten Polizisten der französischen Eliteeinheit RAID den schwer bewaffneten Mohammed Merah. Er selbst hatte in den Tagen zuvor drei Kinder und vier Erwachsene kaltblütig hingerichtet.

Nach Merahs Tod werden nun sein Bruder und dessen Freundin dem Haftrichter vorgeführt. Im Auto des Paars hatten Fahnder Sprengstoff gefunden. Die Mutter der Brüder soll schon bald aus dem Polizeigewahrsam entlassen werden.

Unterdessen fragt sich die französische Öffentlichkeit, ob die Einsatzkräfte Mohammed Merah auch lebend hätten überwältigen können. Christian Prouteau, Gründer der zur französischen Armee gehördenen Anti-Terroreinheit GIGN, verweist auf chemischen Möglichkeiten der Überwältigung: “Es gibt da eine Art Puder, ein wenig wie Mehl, dem hält gewiss keiner Stand.”

Beamte der Polizeieliteeinheit RAID hatten Merah mit zwei tödlichen Schüssen in Kopf und Lunge zur Strecke gebracht. “Meiner Ansicht nach haben wir im Rahmen der Gegebenheiten unser Möglichstes getan. Mehr noch, nämlich über das übliche Maß an Vernunft hinaus”, verteidigt Amaury de Hauteclocque das Vorgehen seiner Männer.

Nach der für sie plötzlichen Evakuierung der Rue Sergent Vigné sind die Bewohner des Hauses Nummer 17 mittlerweile zurückgekehrt. Einige wollen umziehen, andere machen sich mit Schaufel und Besen daran, die sichtbaren Spuren der Belagerung zu beseitigen.