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Kultur ohne Hindernisse

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Kultur ohne Hindernisse

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Mit Kreativität lässt sich eine Botschaft häufig am besten verbreiten. In Sloweniens Hauptstadt Ljubljana bereitet eine Gruppe junger Designerinnen ein paar Guerilla-Aktionen vor.
 
Ihr Ziel: Sie wollen sicherstellen, dass es keine Hindernisse für Menschen gibt, die an den Veranstaltungen in Europas Kulturhauptstadt 2012, in Maribor, teilnehmen wollen.
 
Vor fünf Jahren gründeten sie Smetumet, eine kulturell-ökologische Gesellschaft, die sich mit dem Problem der Abfallverwertung beschäftigt.
 
Maja und Alenka gehören zu Smetumet. Heute haben sie die Verantwortung für das Projekt “Culture enables”. Das ganze wurde von den Organisatoren der Kulturhauptstadt Maribor in Auftrag gegeben.
 
Die Designerin Maja Rijavec: “Wir haben die Herausforderung angenommen, und wir wussten, dass wir viel davon haben würden, an diesem Projekt zu arbeiten.”
 
Die Designerin Alenka kreč Bricelj: “Ich hoffe, diese positive Energie und gute Einstellung jedem gegenüber wird sich durch dieses Projekt ausbreiten.”
 
Maribor, die in diesem Jahr neben Guimarães in Portugal zweite Kulturhauptstadt Europas, soll nun barrierefrei werden.
 
Maribor fand, dass es noch nicht zu spät sei, das Aussehen und das Ambiente der Stadt zu verändern.  
 
Alenka kreč Bricelj: “Es ist gut für die Gesellschaft, dass alles, was wir haben, für alle da ist und nicht nur für einige, für Eliten oder nur für behinderte Menschen. Ich finde das nicht gut. Ich denke, jeder Ort sollte für jeden bestimmt sein.”
 
Die meisten ihrer Installationen werden permanent an ihrem neuen Ort bleiben. Die Zeichen sind groß genug, damit sie jeder sehen kann. Jeder einzelne Gegenstand wird dabei aus Abfällen hergestellt, wie etwa aus Krückstöcken hergestellte Türgriffe.
 
Maja Rijavec: “Ich denke, darum geht es: Den Menschen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen und jedem die Gesellschaft so zu zeigen, wie sie ist. Manche Menschen brauchen besondere Zuwendung. Meiner Meinung nach ist dies eng verwandt mit dem Thema der Abfallverwertung, das auch nicht anständig gesehen oder angesprochen wird.”
 
Ihren Arbeitstag beenden Maja und Alenka mit einem Workshop, um zu lernen, wie man Graffiti für Blinde herstellt.
 
Božena Potočnik unterrichtet die Braille-Schrift. Sie sagt: “Ich kannte bisher kein Graffiti, da ich sie nicht sehen konnte. Ich finde das nun sehr interessant. Es ist gut, dass auch Blinde diese Kommunikationsweise der Sehenden kennenlernen können.”
 
Jeder Teilnehmer schreibt eine Botschaft. Eine junge Frau sagt: “Auf meinem Graffiti steht: Die Welt ist nicht nur, was wir sehen, sondern auch, was wir fühlen.”
 
Die Graffiti werden in der ganzen Stadt angebracht -  ein weiterer Punkt, an den sich die Besucher der Kulturhauptstadt 2012 erinnern werden.
 
Maja: “Ich sehe unser Projekt als eine Art Samenkorn, das gerade gepflanzt wird. In vielen Jahren wird sich Maribor dann auch ohne unser Projekt um seine Bürger kümmern und wir können damit beginnen, an etwas Neuem zu arbeiten.”