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Senegals neuer Präsident Macky Sall

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Senegals neuer Präsident Macky Sall

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Von Beruf ist Senegals neues Staatsoberhaupt Geologe. Der 50jährige hat in Dakar und Paris studiert. Sein erster politischer Posten entsprach dieser Ausbildung: Minister für Bergbau und Energie. Das war 2001. Dann ging es steil aufwärts.

2003 Innenminister, 2004 Regierungschef und 2007 dann Parlamentspräsident. Eine Karriere im Schatten des mächtigen Präsidenten Abdoulaye Wade, für den Sall den Wahlkampf 2007 organisierte. Macky Sall galt klar als die Nummer zwei der Präsidentenpartei. Aber dann gab es Ärger mit dem Sohn des Präsidenten. Sall wagte es, den Präsidentensohn Karim Wade wegen Unregelmäßigkeiten bei einem großen staatlichen Bauauftrag vor das Parlament zu zitieren. Es ging um Korruption. Das verzieh ihm Papa Wade nicht.

Die Amtszeit des Parlamentspräsidenten wurde ruck-zuck von fünf Jahren auf ein Jahr reduziert. Der mächtige Präsident zwang den in Ungnade gefallenen Sall zum Rücktritt von all seinen politischen Posten, vom Abgeordnetensitz bis zum Bürgermeisteramt. Aber so leicht war Macky Sall nicht kleinzukriegen. Er verließ des Präsidenten Partei und gründete am 1. Dezember 2008 seine eigene mit Namen “Allianz für die Republik”.

Und er war so klug, sich mit dem populären Weltmusikstar Youssou’N Dour zu verbünden, dessen Kandidatur für diese Präsidentenwahl die Behörden unter fadenscheinigen Vorwänden verhindert hatten. Seine Haltung in der Affäre um den Präsidentensohn Karim hat Sall in den Augen vieler Senegalesen zu einem “Verteidiger der Republik” gemacht. So sieht es auch Anhänger Pape Doudou Cisse bei einer Wahlkampfaktion in Dakar und betont, Senegal brauche den Wandel und keine Machtweitergabe an den Präsidentensohn. Deshalb habe er für Sall gestimmt.

Dabei war das nicht das einzige Thema in dessen Wahlkampf. Er hat sich auch nachdrücklich für eine friedliche Lösung der seit 30 Jahren schwelenden Konflikte in der Süd-Provinz Casamance eingesetzt, stellt eine klare Linie vor für sein künftiges Vorgehen. Am Vorabend seines Wahlsieges betonte Macky Sall, er wolle sich sofort für einen Waffenstillstand einsetzen und die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden schaffen. In diesen Prozeß gedenke er alle beteiligten Kräfte einzubeziehen. Sowohl die Kämpfer der regionalen Seperatistenorganisation wie auch die Nachbarländer Gambia und Guinéa Bissau.