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Versöhnen statt provozieren - Benedikt XVI auf Kuba

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Versöhnen statt provozieren - Benedikt XVI auf Kuba

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Mehr als 100 potentielle Unruhestifter hatten kubanische Behörden vor dem Papstbesuch festgenommen – einen hatte sie offenbar übersehen: “Die nehmen mich mit, weil ich nach Freiheit gerufen habe”, sagte ein junger Mann, als er kurz vor der Auftaktmesse von Papst Benedikt
XVI. in Santiago abgeführt wurde.

Auf harsche Worte Benedikts dürften Dissidenten vergebens hoffen.

Federico Lombardi, Sprecher des Vatikans zu dem Zwischenfall:

“Jeder sollte das Recht haben, seine Meinung zu äußern. Aber auch, in seiner religiösen Aktivität nicht gestört zu werden.”

Auch über heißen Themen wie politische Gefangene, US-Embargo oder krichlicher Einfluss auf die Erziehung hängt das Motto des ganzen Besuchs: “Versöhnung”

Kuba war bis vor 20 Jahren offiziell ein atheistischer Staat – mit bis zu 60 Prozent Katholiken, wie der Vatikan schätzt. Sie verehren die “Barmherzige Jungfrau von El Cobre” – wie auch die Anhänger der Santería, einer Mischreligion aus christlichen und animistischen Elementen aus Westafrika.

Inzwischen verhandelt Kubas Regierung mit der katholischen Kirche – im Sommer 2010 kamen so Dutzende politische Gefangene frei.

Und zur Papstmesse erschien als einer von Zehntausenden auch Kubas Präsident Raúl Castro mit einem Teil des Kabinetts. Treffen mit Revolutions-Urgestein Fidel Castro und Venezuelas Präsident Hugo Chavez nicht ausgeschlossen.

mit AFP, Reuters, AP, dpa