Eilmeldung

Eilmeldung

Mali: "Tag des toten Landes" gegen den Putsch

Sie lesen gerade:

Mali: "Tag des toten Landes" gegen den Putsch

Schriftgrösse Aa Aa

Während sich die neuen Militärachthaber im afrikanischen Mali ankündigten, eine neue Verfassung zu verabschieden, wollen die Nachbarländer die Putschisten in Bamako zum Rückzug bringen. Bei einem Treffen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS in Abidjan kündigten die Teilnehmer Schritte zur Lösung der Krise an.

Der aktuelle ECOWAS-Vorsitzende Alassane Ouattara sagte: “Dialog und Gespräche werden die ersten Mittel bei der Suche nach einer Lösung sein. Wir werden aber nicht zögern, alle anderen Optionen anzuwenden, wenn die Umstände es erfordern.”

Militärische Schritte wurden also nur angedeutet. In kürzen sollen laut der ECOWAS zunächst die Staatschefs von fünf westafrikanischen Ländern zusammen mit Ouattara zu Gesprächen nach Bamako reisen.

Dort ist die Lage eine Woche nach dem Staatsstreich weiter angespannt, steigt der Druck auf die Militärs um Hauptmann Amadou Sanogo. Der kündigte eine neue Verfassung und die Errichtung eines Rechtsstaates, einer pluralistischen Demokratie an. Doch von diesen Aussagen halten viele Malier nichts. Sie demonstrierten erneut und planen weitere Schritte.

Der Chef der Partei PARENA sagte: “Wir organisieren einen Generalstreik, einen “Tag des toten Landes”, um unser strategisches Ziel zu erreichen: Den zivilen Ungehorsam.”

Die Militärs hatten die alte Regierung verjagt, weil diese in der Augen den Putschisten keinen Erfolg im Kampf gegen den Tuareg-Aufstand im Norden Malis hatte. Viele Menschen fordern aber nun wiederum die Soldaten Sanogos auf, selbst wieder an die Front zu gehen und zu kämpfen, anstatt sich als Politiker zu gerieren.