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Portugals Sparerfolge treiben Privatinsolvenzen nach oben

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Portugals Sparerfolge treiben Privatinsolvenzen nach oben

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Fragt man in diesen Tagen die internationale Troika nach Portugal, so werden durchweg Lobeshymnen gesungen. Große Kraftanstrengung, beachtliche finanzpolitische Anpassung, keine Anzeichen von Reformmüdigkeit – so das Urteil der Geldgeber aus EU, EZB und IWF in Stichworten.

Für viele Menschen des so gelobten Landes stellt sich die Situation indes etwas anders dar. Für Nuno Pinto etwa. Er gehört zu 670.000 Portugiesen, die im vergangenen Jahr ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Nun erwägt er die persönliche Insolvenz. Er schwerer Schritt, aber was solle er sonst tun, fragt der 40jährige.

Die Gesamtschulden Portugals, staatliche wie private, belaufen sich auf mehr als 400 Prozent des Bruttoinalndsprodukts. Um davon herunterzukommen und um internationale Hilfen zu bekommen, beschloß die Regierung ein massives Sparprogramm.

Zu dessen Folgen gehört ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von mehr als drei Prozent in diesem Jahr. Dieses Gesundschrumpfen bedeutet für viele Privatschuldner den Besuch des Gerichtsvollziehers. Doch wenn der kommt, ist oft nichts mehr zu holen. Für die Betroffenen ein erniedrigender Albtraum.

Verbraucherschutzverbände und Schuldenberatungen registrieren einen Ansturm von Hilfesuchenden. Betroffen waren allein 2011 rund 23.000 Familien, 60 Prozent mehr als im Jahr davor.