Eilmeldung

Eilmeldung

Ägypter wollen keine islamistische Verfassung

Sie lesen gerade:

Ägypter wollen keine islamistische Verfassung

Schriftgrösse Aa Aa

In Ägyptens Hauptstadt Kairo haben Hunderte Menschen gegen einen zu großen Einfluss des Militärs und der Islamisten auf die geplante neue Verfassung protestiert. Sie riefen, das Volk wolle seine Verfassung selbst schreiben. Man sei während der Revolution nicht dafür gestorben, dass nun die islamistischen Muslimbrüder eine Verfassung diktierten, stand auf einem Plakat.

Der Anwalt und Politaktivist Amir Lotfy sagte: “Das Land geht in eine falsche Richtung. Wenn die Muslimbrüder so weitermachen, wird Ägypten wie Afghanistan oder Pakistan oder so etwas. Wir Ägypten werden das aber nicht zulassen.”

Die Aktivistin Asmaa Salama meinte: “Die Verfassung gehört dem gesamten ägyptischen Volk in all seinen Facetten. Die islamistische Partei für Freiheit und Gerechtigkeit hat uns nicht gekauft, die Salafisten oder Wahhabiten haben uns nicht gekauft, und die Golfstaaten auch nicht.”

Zur ersten Sitzung der Verfassungsgebenden Versammlung erschienen 75 der gewählten 100 Mitglieder. Die meisten waren Muslimbrüder. Linke und Liberale boykottierten das Treffen.

Unterdessen begnadigten die regierenden Militärmachthaber den prominenten Oppositionspolitiker Aiman Nur. Damit kann er sich erneut um die Präsidentschaft bewerben, die Wahlen beginnen im Mai. Nur saß nach einem umstrittenen Prozess von 2005 bis 2009 wegen angeblicher Urkundenfälschung im Gefängnis und hätte daher aktuell eigentlich nicht kandidieren dürfen.