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EU will mehr Flüchtlinge ansiedeln

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EU will mehr Flüchtlinge ansiedeln

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Geht es nach dem Willen des Europaparlaments, sollen in der EU mehr Flüchtlinge aus Drittstaaten angesiedelt werden als bisher. 2010 zählten die UN mehr als 15 Millionen Flüchtlinge. Viele von ihnen können in ihre Heimat zurückkehren, doch für rund 172 000 Menschen pro Jahr gibt es kein zurück. Weltweit aber gibt es nur 80 000 Plätze für Neuansiedlungen. Die EU ermöglicht 4 700 Neuansiedlungen pro Jahr, allerdings in nur 13 der insgesamt 27 Mitgliedsstaaten. Das Programm zur Neuansiedlung von Flüchtlingen soll nun reformiert werden. Ziel ist es, weitere Mitgliedsstaaten für das Programm zu gewinnen. “Eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Neuansiedlung befasst, wird voraussichtlich im nächsten Jahr eingesetzt”, erläutert der Berichterstatter des Europaparlaments, der Portugiese Rui Tavares von den Grünen. “Die Hilfe für Flüchtlinge könnte in bestimmten Bereichen wirksamer werden, der Sprachunterricht könnte verbessert werden, die einzelnen Fälle könnten schneller behandelt werden.” Organisationen wie die Caritas haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet. “Den Politikern sollte klar sein, wie sie Migration gegenüber europäischen Bürgern darstellen”, sagt Karolina Babicka con Caritas. “Es handelt sich keineswegs um eine Bedrohung. Das Leben in einem Flüchtlingscamp ist kein Leben: Man kann nicht arbeiten, seine Familie nicht versorgen, es gibt keine Zukunftspläne.” Mitgliedsstaaten, die zum ersten Mal an dem Programm zur Neuansiedlung teilnehmen, werden 6.000 Euro jährlich für jeden Flüchtling erhalten.