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Gasleck 4000 Meter unter Wasser geortet

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Gasleck 4000 Meter unter Wasser geortet

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Am Tag vier des Gaslecks in der Nordsee wurde allmählich klar, wo die undichte Stelle liegt – in 4000 Metern Tiefe, an einer vor einem Jahr aufgelassenen Gasbohrung.

Aus dem “Elgin”-Gasfeld strömen seit dem Wochenende täglich 200.000 Kubikmeter Erdgas
ins Meer vor der schottischen Ostküste. Um die Förderplattform wabert eine Gaswolke, sie ist verlassen, wegen Explosionsgefahr – an der Spitze der Anlage brennt eine Gasfackel. Auf dem Meer schwimmt ein Film aus kondensiertem Gas.

Pierre-Emmanuel Saulnier, Sprecher der Förderfirma Total:

“Mit dem Gas kommen sogenannte leichte Produkte hoch, bisher schätzungsweise 30 Kubikmeter. Das entspricht etwa einem Lastwagen-Anhänger. Das ist immer noch zu viel, aber so wie es jetzt aussieht, sind die Auswirkungen nicht signifikant für die Umwelt.”

Was genau aus dem Erdinneren nach oben kommt, weiß vermutlich nur seine Firma – es sei eine potenziell explosive Kohlenwasserstoffverbindung, so die Firma. Experten fürchten, dass auch hochgiftige Schwefelverbindungen dabei sind.

Umweltaktivist Benoît Hartman, France Nature Environnement:

“Diese Kohlenwasserstoffe sind immer schwerer zu finden. Also sucht man nach sogenannten nicht-konventionellen Kohlenwasserstoffen. Die sind schwer zu fördern und normalerweise nicht rentabel. Sie werden es, wenn der Ölpreis steigt. Das heißt aber – mehr Unfälle.”

Das Umfeld der Elgin-Plattform ist gesperrt.
Die Küstenwache lässt kein Schiff näher als zwei Meilen an die Plattform, Flugzeuge müssen drei Meilen Abstand halten.

Vor 24 Jahren war in der Nordsee die Plattform “Piper Alpha” explodiert, 167 Menschen starben – sie hatten auf der Bohrinsel ausgeharrt, als sie schon brannte.

mit Reuters, dpa