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Mali nach dem Putsch


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Mali nach dem Putsch

Die Putschisten in Mali haben durchaus ihre Anhänger: Tausende zogen gestern durch Bamako, die Hauptstadt des westafrikanischen Landes.

Sie protestierten gegen die Forderungen anderer Staaten, die den Putsch verurteilen und den neuen Machthabern mit Sanktionen drohen – oder schon Sanktionen verhängt haben, wie die frühere Kolonialmacht Frankreich,

Meuternde Truppen hatten letzte Woche Staatspräsident Amadou Toumani Touré gestürzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Anlass war ein Aufstand der Volksgruppe der Tuareg im Landesnorden. Die Putschisten waren unzufrieden mit Tourés Vorgehen.

“Unsere Kinder sterben da oben im Norden”, sagt eine Frau hier. “Wir Soldatenfrauen wollen Touré nicht mehr, nicht heute, nicht morgen. Er soll einfach den Weg für uns freimachen.”

“Wir sind bereit, unser Land zu verteidigen, auch mit Waffen und bis zum letzten Blutstropfen”, meint
ein Mann. “Nur wir wissen, wie wir hier leben, in Armut und Elend. Uns reichts.”

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hat inzwischen den Druck auf Mali erhöht. Auch ein militärisches Eingreifen schloss die Gemeinschaft nicht aus.

Zuvor hatte die Ecowas schon Malis Mitgliedschaft ausgesetzt. In den nächsten Tagen soll eine Abordnung versuchen, die Putschisten zur Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse zu bewegen.

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