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Für Malis Putschisten wird es eng

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Für Malis Putschisten wird es eng

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Knapp eine Woche nach ihrem Staatsstreich mussten sie wichtige Geländegewinne der Tuareg-Rebellen im Norden des Landes eingestehen und um internationale Hilfe zur Niederschlagung bitten. Gleichzeitig hat ihnen die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas ein Ultimatum gestellt, bis Montag aufzugeben.

Die Ecowas solle doch die Lage, in der Mali sich befinde, noch tiefgehender untersuchen und die Ursachen analysieren, die zu dieser Lage geführt hätten, appellierte Juntaführer Sanogo an die westafrikanischen Nachbarn.

Sollten sie die Macht nicht an eine zivile Regierung abgeben, droht Ecowas mit wirtschaftlichen Sanktionen, diplomatischer Isolation und dem Einfrieren von Bankeinlagen.

Ungerechtfertigt, meint ein Arzt: Die Sanktionen seien sehr harsch und übertrieben, denn sie träfen nicht nur die Putschisten, sondern die gesamte Bevölkerung, die schon jetzt in Armut lebe und mit dem Krieg im Norden konfrontiert sei. Das könne das Land nur weiter schwächen und ärmer machen.

Wegen der Proteste in der Hauptstadt Bamako hatte eine Ecowas-Vermittlungsdelegation am Donnerstag auf dem Weg nach Mali wieder kehrt gemacht. An diesem Freitag wurde im Norden demonstriert, in Gao, wo die Bewohner ebenfalls die Einnahme durch Tuareg-Rebellen befürchteten: “Erst Frieden, dann Wahlen”, hieß es dort zur Unterstützung der Junta.