Eilmeldung

Eilmeldung

Aung San Suu Kyi - Myanmars Hoffnung

Sie lesen gerade:

Aung San Suu Kyi - Myanmars Hoffnung

Schriftgrösse Aa Aa

Aung San Suu Kyi im Wahlkampf. Mit fast 67 Jahren fängt für die zierliche Frau das Leben noch einmal so richtig an. Weltweit ist sie zum Symbol für Standhaftigkeit und Durchhaltewille geworden, für die Kraft, die gewaltloser Widerstand erreichen kann. Sie ist das weiche Wasser, das den Stein bricht. Fast 20 Jahre hat sie ausgehalten. Mal im Gefängnis, mal unter Hausarrest. Immer aufs Neue von den herrschenden Militärs schickaniert, denen sie nun den Übergang des Landes in die Demokratie abtrotzen will. Verehrt von all den vielen in ihrer Heimat, die sich wie sie nach Demokratie sehnen.

Aung San Suu Kyi ist die Tochter von General Aung San, einem als Nationalheld verehrten Vorkämpfer für die Unabhängigkeit, der 1947 ermordet wurde. Daraufhin führte dessen Frau seinen politischen Kampf weiter, vertrat das freie Burma als Botschafterin in Indien, wo die Tochter aufwuchs. Zum Studiem ging die dann nach England, wo sie an der Universität Oxfort ihren späteren Ehemann traf.

1988 wurde ihre Mutter schwerkrank. Die Tochter eilte ans Krankenbett – und kam nicht mehr los von der Sorge um ihr krankes Land. Denn sie war daheim hineingeraten in die blutigen Umbrüche nach dem Sturz von Militärdiktator Ne Win. Zusammen mit Freunden gründete sie die “Nationale Liga für Demokratie” und übernahm deren Vorsitz. Die neue Partei gewann die Parlamentswahlen 1990 ganz klar. Aber die Militärs erkannten das Ergebnis nicht an. Für Aung San Suu Kyi hieß das: Hausarrest statt Parlamentsarbeit.

Als ihr 1991 der Friedensnobelpreis verliehen wurde, nahmen Mann und Söhne in Oslo den Preis entgegen. Ihr Platz blieb leer. Denn die Preisträgerin hatte befürchtet, die Militärs würden nicht nicht wieder zurück ins Land lassen.

So harrte sie aus – auch als ihr Mann 1999 im England im Sterben lag. Sie hat ihn nie wiedergesehen. Die Militärs änderten Gesetze, um sie auszuschalten. Ihre Partei sollte gezwungen werden, ihre populäre Führungsfigur fallen zu lassen. Alles vergeblich. Nur selten wurden hochrangige internationale Gäste zu ihr vorgelassen.

Um so größer war jeweils der Jubel, wenn die kleine zierliche Frau wieder zu ihrem Volk auf die Straße konnte. Würdevoll, wie eine Lady. “The Lady”.

So heisst auch der Film, mit dem ihr Regisseur Luc Besson ein Denkmal setzt. Kaum frei, kämpft sie wieder, vielleicht auch bald im Parlament.