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Umstrittener Terrorprozess in Frankreich

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Umstrittener Terrorprozess in Frankreich

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In Frankreich läuft ein umstrittener Prozess: Angeklagt ist der Wissenschaftler Adlène Hicheur, der in der Schweiz geforscht hat, in Lausanne und am Kernforschungszentrum in Genf.

Als kleines Kind kam Hicheur aus Algerien nach Frankreich, er hat beide Pässe. Vor zweieinhalb Jahren wurde er verhaftet. Die Anklage wirft ihm E-Mails nach Algerien vor, in denen es um mögliche Anschläge gegangen sein soll.

Hicheurs Verteidiger Patrick Baudouin sagt am Telefon, laut Staatsanwalt gehe es in diesen Mails um konkrete Absichten, um Hilfe oder Vorbereitung für einen terroristischen Akt. Das bestreite er aber. Den Worten Hicheurs seien niemals irgendwelche konkreten Taten gefolgt.

Das es die Mails und diese Worte gegeben hat, kann allerdings auch der Verteidiger nicht vom Tisch wischen. Sein Mandant verweist auf Probleme und seine schlechte Gesundheit damals.

Es stehe auch nicht fest, so der Anwalt weiter, wem Hicheur seine Mails geschickt habe. Es heiße nur, anscheinend sei dieser Mann ein Mitglied der nordafrikanischen Al-Kaida. Wenn man so etwas aber sicher wisse, meint der Verteidiger, dann sage man das doch auch – und spreche nicht von Anschein.

Hicheurs Freunde fürchten, nach den Morden von Toulouse und kurz vor der Präsidentenwahl solle ein Exempel statuiert werden.

Die Anklage betont aber, Hicheur sei kein Märtyrer der Antiterrorkampfs, sondern einfach nur so etwas wie ein technischer Berater für Anschläge. Sie fordert für Hicheur sechs Jahre Haft.