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Schuldenstaat Portugal auf einem guten Weg - aber mit Risiken

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Schuldenstaat Portugal auf einem guten Weg - aber mit Risiken

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Die internationalen Geldgeber sehen Portugal auf einem guten Weg, auch wenn da noch Risiken lauern. Nach ihrer jüngsten Prüfungen vor Ort schätzt die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfond ein:

Portugal werde voraussichtlich 2014 wieder zu 100 Prozent Zugang zu den internationalen Finanzmärkten haben – wenn der im Mai 2011 beschlossene Rettungsplan weiter so entschlossen umgesetzt wird. Der Rettungsplan für Portugal beläuft sich insgesamt auf 78 Milliarden Euro.

Ausgezahlt wurden bisher 48,8 Milliarden und nun kann die vierte Tranche in Höhe von 14,9 Milliarden freigegeben werden.

Dabei hatte erst im Januar die neue Mitte-Rechts-Regierung unter Pedro Passos Coelho die entsprechenden Strukturreformen verabschiedet.

Drakonische Eingriffe in den Arbeitsmarkt, Feiertage wurde gestrichen,gegen den Protest der katholischen Kirche, der bezahlte Urlaub wurde gekürzt, Entlassungen wurden erleichtert.

Mit einem Haushaltsdefizit von 4,2% konnte Portugal 2011 sein Sparziel deutlich übertreffen.

Die Hoffnung ist, damit bis 2013 von dem hohen Schuldenberg von 115% des BIP herunter zu kommen.

Sorgenvoll betrachtet auch die Troika die hohe Arbeitslosenrate von 15 . Damit liegt die Kaufkraft viel zu niedrig, um als Konjunkturantrieb wirken zu können. 2012 wird ein Rückgang des BIP um 3,25 erwartet und die Arbeitslosigkeit könnte noch weiter steigen.

Nicht nur die Demonstranten auf der Straße machen die vorangegangene Regierung mit ihrem langen Zögern für ihre Probleme verantwortlich.

Auch ein Berater der bis Juni 2011 amtierenden Regierung Cavaco Silva räumt heute ein:

Der Ökonom Joao Cesar das Neves sagt heute:

“Wir haben zu lange gebraucht, das war blöd. Die Spanier nebenan hatten ein viel größeres problem, aber sie haben eher reagiert. Darum konnten sie Probleme vermeiden, die wir jetzt haben. Sie fingen 2009 an, wir erst 2011, was ein großer Fehler war.”