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Bossi klagt an: "Komplott" gegen Lega Nord

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Bossi klagt an: "Komplott" gegen Lega Nord

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Erst am Donnerstag zurückgetreten, heute bereits erwägt er ein Comeback. Umberto Bossi teilte mit, möglicherweise wieder für die Parteiführung anzutreten. Im Korruptionsskandal um seine rechts-populistische Partei Lega Nord, wirft er der italienischen Regierung vor, ein Komplott gegen die Partei geschmiedet zu haben. Die Lega Nord sei die einzige Oppositionspartei in Italien, deshalb würden ihr Probleme gemacht, so Bossi. “Die Lega Nord ist gefährlich. Deshalb steht sie unter Beobachtung der Diebe in Rom, die uns diese Art Ermittler geschickt haben. Aber auch unsere Anhänger beobachten uns. Wir müssen uns also korrekt verhalten.”

Die Italiener in Rom sind geteilter Meinung: “Als Politiker kann er arrogant sein, aber als Mensch ist er ziemlich sauber”, sagt einer. Ein anderer hält dagegen: “Vor zwei Tagen schrieb eine Zeitung: Das ist eine Nation von Dieben. – Das sagt alles, auch warum Italien in einer solchen Situation ist.”
Ein älterer Mann hält ihm zu Gute, Bossi sei “einer der wenigen, die zurückgetreten sind. Andere feuern ihre Funktionäre, aber würden nicht selber gehen.”

Zuerst legte allerdings Schatzmeister Francesco Belsito sein Amt nieder. In seinem Safe fanden die Ermittler in Neapel Dokumente, die die Veruntreuung von Parteigeldern durch die Familie Bossi beweisen sollen. Bossi wies alle Vorwürfe zurück. Die Staatsanwalt geht auch Hinweisen auf eine Beteiligung an Geldwäsche aus Mafia-Geschäften nach.