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Tuareg-Staat abgelehnt

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Tuareg-Staat abgelehnt

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Die eigene Fahne weht bereits. – In der Nacht zum Freitag haben Tuareg-Rebellen in Mali die Unabhängigkeit des Azawad-Gebietes erklärt.

Azawad bedeutet in Tamasheq, der Sprache der Tuareg: “Land der Nomaden”. Es umfasst die Hälfte Malis, Teile Süd-Algeriens und Nord-Nigers. Die Touareg streben seit der Unabhängigkeit Malis von Frankreich einen eigenen Staat an. Die ehemalige Kolonialmacht lehnt das aber ebenso ab, wie die USA, die Afrikanische Union und das benachbarte Algerien.

Das französische Außenministerium reagierte umgehend. “Wir betrachten die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Azawad-Gebietes durch die MNLA als null und nichtig”, sagte ein Sprecher. Die MNLA ist die Nationale Befreiungsbewegung der Touareg, die mit Unterstützung von islamistischen Gruppen die Kontrolle über das Azawad errungen hat.

Wenig Zustimmung findet die Abspaltung in der Hauptstadt Bamako. Hier wird demonstrativ die Fahne Malis gehisst. “Die Unabhängigkeitserklärung ist nicht willkommen,” macht eine junge Frau klar.
“Ich bin bereit, die Rebellen zu vertreiben, um meine Tanten und meine Mutter zu befreien, die am Telefon weinen”, sagt ein Mann. “ Die brauchen meine Hilfe. Das ist meine Aufgabe.”

Nach einem Militärputsch vor zwei Wochen hatte sich die nationale Armee aus dem seit Januar wieder umkämpften Gebiet zurückgezogen. Von diesem Macht-Vakuum konnten die Tuareg-Rebellen offensichtlich profitieren. Binnen kurzer Zeit eroberten sie wichtige Städte wie Gao, Kidal und Timbuktu.