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Türkisch-iranische Irritationen


Iran

Türkisch-iranische Irritationen

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geht im Atomstreit mit Iran auf Distanz zur Führung in Teheran. Bei seinem Besuch Ende März hatte sich Erdogan um eine friedliche Streitbeilegung bemüht. Er hatte angeboten,
am 13. April in Istanbul Gespräche mit der sogenannten “5 plus 1-Gruppe” auszurichten.
Dazu gehört neben den 5 UN-Veto-Mächten auch Deutschland. Der Iran hat nun wissen lassen, man würde ein Treffen in Bagdad oder Damaskus vorziehen. Das bezeichnete der türkische Regierungschef in einer Pressekonferenz als “reine Zeitverschwendung”. So etwas vorzuschlagen, bedeute doch, dass man es gar nicht wolle. Schließlich wisse man in Teheran doch ganz genau, dass die andere Seite auf keinen Fall nach Bagdad oder Damaskus kommen werde. Man müsse doch redlich bleiben bei seinen Vorschlägen. So würden die Iraner mangels Redlichkeit international an Prestige verlieren. Erdogan wörtlich: “ Das ist nicht die Sprache der Diplomatie.”
Zuletzt waren die “5 plus 1”-Mächte mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an der Spitze im Januar 2011 in Istanbul mit iranischen Vertretern zusammen getroffen. Aber die sechs – also die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland, bezeichneten das Treffen als “gescheitert”.
Teheran zeigte sich auch irritiert über die Konferenz der “ Freunde Syriens”, die in der vergangenen Woche in Istanbul tagte. Vertreter von 83 Staaten hatten sich dabei für einen Regimewechsel in Damaskus ausgesprochen. Der Iran ist mittlerweile einer der letzten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.
Der nächste Konfliktpunkt ist wirtschaftlicher Art. Die Türkei bezieht 30 Prozent ihres Erdöls aus dem Iran. Und der hat angekündigt, seine Lieferungen in die Türkei um 20 Prozent zu kürzen als Reaktion auf das westliche Embargo. Nun gehen auch die türkischen Banken zu Teheran auf Distanz. Damit erschweren sie dem Iran die Abwicklung seiner Erdölgeschäfte..

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