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Jahrestreffen französischer Muslime

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Jahrestreffen französischer Muslime

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Überschattet von den Todesschüssen von Toulouse hat in Le Bourget vor den Toren von Paris die Jahrestagung der Union islamischer Organisationen in Frankreich (UOIF) begonnen. Vier Tage lang treffen sich französische Muslime zum Erfahrungsaustausch. Die Stimmung ist angespannt: “Das, was Mohamed Merah gemacht hat, wird von allen Muslimen verurteilt. Wir verurteilen den Terrorismus. Er ist nicht Teil des Islam”, erklärt die 22-jährige Sara Taharaoui.

Melkouf Ben Bellout organisiert Wallfahrten nach Mekka. Er stellt fest, dass das Mißtrauen gegenüber Muslimen in Frankreich zugenommen hat. “Wir sind nicht glücklich über das, was in Toulouse passiert ist, denn die meisten Franzosen sehen uns nun schief an”, klagt Mohamed Adoz.

Dass die Anschläge im Präsidentschaftswahlkampf ausgebeutet werden, sorgt für Mißstimmung. “Sie müssen verstehen, dass man in der öffentlichen Meinung übertreibt. Es ist, als gebe es keine Wohnungsnot, keine Finanzkrise mehr, nur noch Probleme mit Muslimen”, beschwert sich Marwan Muhammad vom Komitee gegen Islamophobie.

Die französischen Behörden haben mehreren ausländischen Geistlichen, die an der Tagung teilnehmen wollten, die Einreise verweigert – mit der Begründung, es handele sich um Hassprediger.