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Die unfrohe Botschaft - Christen in Nah- und Mittelost

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Die unfrohe Botschaft - Christen in Nah- und Mittelost

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Golgatha ist ein Hügel bei Jerusalem, in der nahegelegenen Grabeskirche drängeln sich sechs christliche Konfessionen – Ostern spielt wie alle biblischen Geschichten des Christentums im Nahen Osten. Die Frohe Botschaft allerdings hören – wie hier in Bethlehem – immer weniger Menschen.

Die christlichen Gemeinden in Nahost schrumpfen dramatisch. Die Gründe: Verfolgung, Gewalt, wirtschaftliche Not. Der arabische Frühling hat daran bisher nichts geändert.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen feiern sie Ostern – oder bereiten sich darauf vor, wenn sie als Orthodoxe dem Julianischen Kalender folgen, wie die Mehrheit der rund 3000 Christen im Gazastreifen.

Viele halten dem Druck nicht stand, wandern aus – oder werden vertrieben, wie die orthodoxe Kirche Syriens aus der umkämpften Stadt Homs berichtet – nach einem Jahr “ethnischer Säuberung” seien nur noch 10 von 100 Gemeindemitgliedern übrig.

In Zahlen: Vor hundert Jahren waren im Nahen und Mittleren Osten noch 20 Prozent der Bewohner getauft. Heute sind gerade mal zwölf Millionen übrig – kaum noch fünf Prozent. Und wenn der Exodus anhält, ist davon bis 2020 noch einmal die Hälfte weg.

Beispiel Irak, Familiensitz des Patriarchen Abraham, Stammvater von Juden, Christen und Muslimen. Aus einer Million irakischen Christen wurde in einem Jahrzehnt weniger als ein Drittel.

“Sie werden gewaltsam an den Rand gedrängt,” so der katholische Erzbischof Silvano Maria Tomasi, Gesandter des Heiligen Stuhls bei der UNO in Genf, über religiöse Minderheiten in Nahen Osten, “man verweigert ihnen den Zugang zur staatlichen Verwaltung, zu öffentlichen Ämtern usw.”

Für Mayis Joseph, Katholikin in Bagdad, bleibt Ostern ein Fest der Hoffnung, vorerst:

“Ich hoffe, dass wir Sicherheit und Frieden überall im Irak bekommen und auf der ganzen Welt.”

mit AP, Christian Post, Fide, Radio Vatikan