Eilmeldung

Sie lesen gerade:

"Umbringen wollte ich ihn nicht"


Belgien

"Umbringen wollte ich ihn nicht"

sagte der mutmaßliche Schläger – er sei tief geschockt, sagen seine Anwälte. Mit einem einzigen Hieb soll der 28-jährige einen Mitarbeiter der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft STIB niedergestreckt haben. Das Opfer Iliaz T., 56 Jahre alt und seit fast drei Jahrzehnten im Job, hatte einen Unfall zwischen einem Bus und einem Freund des Angreifers aufgenommen und starb kurze Zeit später.

Seine Kollegen bestreiken bis Dienstag Busse, Bahnen und Metro.

Ein Nahverkehrs-Mitarbeiter:

“Stellen Sie sich nur vor, Sie bekommen morgens um halb Sieben einen Anruf. Und der geht so: Ein Familienvater ist gerade zur Arbeit los, da sagt man den fünf Kindern: “Euer Papa ist tot.”

Der mutmaßliche Angreifer stand offenbar unter
Alkoholeinfluss – sein verletzter Freund hatte ihn nach seiner Kollision mit dem Bus herbeitelefoniert.
Er hatte sich selbst der Polizei gestellt – ermittelt wird nicht wegen Mordes sondern wegen Totschlags.

Die Fahrgäste schlucken ihren Ärger über den Streik hinunter.

Fahrgast Camille Olivier:

“Es ist ärgerlich, aber das ist normal, dass man da ein bisschen streikt oder zeigt, dass man unzufrieden ist.”

Eine Passantin:

“Ich verstehe, dass das nicht auszuhalten ist, und dass sie ein Zeichen setzen wollen. Aber bis Dienstag, das ist ein bisschen lang”

Eine spanische Touristin:

“Es sollte eine Mindestversorgung geben. Selbst wenn sowas Schreckliches passiert ist. Ein Mindestmaß an Service sollte es geben im öffentlichen Nahverkehr.”

Nach Medienberichten gab es 2010 mehr als 3000 kriminelle Zwischenfälle im Brüsseler Nahverkehr, 13 Prozent mehr als im Jahr davor.

mit
Reuters, AP, dpa, AFP, Belga

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Indien und Pakistan nähern sich an