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Eskalation: Türkisch-syrische Grenze unter Beschuss

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Eskalation: Türkisch-syrische Grenze unter Beschuss

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Die Situation an der türkisch-syrischen Grenze hat sich dramatisch verschärft. Erstmals schossen syrische Soldaten während Gefechten mit den Rebellen auch über die Grenze auf fliehende Menschen. Auf beiden Staatsterritorien kamen laut Medienberichten Menschen ums Leben, zahlreiche Verletzte wurden in ein türkisches Krankenhaus gebracht. Unter den Verwundeten war auch ein türkischer Staatsbürger, der als Übersetzer in einem Flüchtlingslager arbeitete. Die türkische Regierung protestierte, forderte, die Waffen schweigen zu lassen.

Dabei sollte eigentlich an diesem Dienstagmorgen der Friedensplan des UN-Sonderbeauftragten Kofi Annan in Kraft treten, dem Syriens Präsident Baschar al-Assad wie auch die Opposition zugestimmt hatten. Ab 6 Uhr sollten die Assad-Soldaten aus den Städten abgezogen werden, und für den 12. April ist dann eine Waffenruhe vorgesehen.

Insgesamt sind derzeit fast 25.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei, die meisten leben in Hilfslagern. Laut Medienberichten wollten heute Bewohner eines Lagers an der Grenze den Rebellen zu Hilfe eilen, als sie unter Beschuss der Assad-Truppen gerieten. Türkische Agenturen berichten, dass Kofi Annan in kürze ein Flüchtlingscamp besuchen wolle, um sich über die Lage der Menschen dort zu informieren.

Unterdessen gehen die Kämpfe in Syrien weiter. Bei Idlib töteten Rebellen laut Menschenrechtlern sechs syrische Grenzschützer. Und auch aus Homs werden wieder heftige Feuergefechte und mehrere Tote gemeldet.

Angesichts der derzeitigen Lage und Kämpfe scheint das Inkraftreten des Friedensplans Annas immer fraglicher. Nicht zuletzt, nachdem Assad auf einmal von “Missverständnissen” sprach und überraschend schriftliche Garantien der Rebellen forderte.