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Italienischer Film arbeitet Polizeigewalt beim G8-Gipfel in Genua auf


Kultur

Italienischer Film arbeitet Polizeigewalt beim G8-Gipfel in Genua auf

Der italienische Film “Diaz, Don`t Clean Up This Blood” beschreibt die Ausschreitungen beim G8-Gipfeltreffen in Genua 2001 und die folgende Misshandlung von Gipfelgegnern durch die Polizei. Aus verschiedenen Perspektiven zeigt der Film die Ereignisse, die schließlich in der Gewaltorgie in der Diaz-Schule gipfelten.

Zwei Stunden lang prügelte die Polizei auf die aus aller Welt angereisten jungen Leute ein. Die Darstellung sei äußerst objektiv, so der Schauspieler David Iacopini, weil der Film auf den Ergebnissen des späteren Gerichtsverfahrens basiert: “Ich hoffe, dass sich die Menschen in Genua den Film ansehen werden und erkennen, wie objektiv der Regisseur mit dem Stoff umgegangen ist.”

Claudio Santamaria fand seine Rolle emotional belastend: “Wenn man den Überfall auf der Leinwand sieht, und weiß, dass es wirklich so war, kann man kaum die Tränen zurückhalten.”

Für den Film wurden die Schule und die sie umgebenden Straßen in Rumänien originalgetreu nachgebaut. Auf diese Weise wollten die Filmemacher Einmischung in ihre Arbeit verhindern.

Die Darstellung der Gewalt war für Regisseur Daniele Vicari eine große Herausforderung: “Wir hatten einige Bedenken hinsichtlich der Dramaturgie, weil wir die Zuschauer nicht verschrecken wollten. Dennoch, die Gewalt wird brutal und realistisch dargestellt. Ich glaube nicht, dass der Film die Zuschauer kalt lassen wird.”

“Der Film ist nicht gegen die Polizei”, so der Produzent Domenico Procacci. “Wir zeigen lediglich, was Polizisten seinerzeit getan haben.”

Die Verfahren gegen die in Genua beteiligten Beamten laufen weiter. Mehr als zehn Jahre nach dem Gipfel drohen die Straftaten in einigen Fällen zu verjähren.

“Diaz, Don´t Clean Up This Blood” läuft in den italienischen Kinos.

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