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Neue Spannungen nach Nordkoreas Satelliten-Fehlschlag?

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Neue Spannungen nach Nordkoreas Satelliten-Fehlschlag?

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Erstmals hat die nord-koreanische Führung die gesamte Weltöffentlichkeit in ihr Kosmos-Kontrollzentrum schauen lassen. Mehr Öffnung war nie! Nur wurde die Welt auf diese Weise leider Zeuge eines Fehlschlages. Die Börse in Tokio reagierte darauf mit steigenden Kursen. Ansonsten wird das Ereignis höchst unterschiedlich kommentiert. Der Fachmann Juri Karasch von der russischen Akademie für Kosmosforschung
ist sich sicher, dass die Nordkoreaner mit ihren Kosmos-Aktivitäten weitermachen werden.
Schon weil der Abbruch ein Eingeständnis vom Scheitern wäre. Dabei wolle die dortige Führung das Land als kreativ, fähig zu wissenschaftlichen und technologischen Großtaten darstellen. Karasch wörtlich: “Schon aus ideologischen Gründen können sie nicht aufgeben. Sie werden weitermachen.”
Nachdem diesmal ein kurzer Blick in das sonst hermetisch abgeriegelte Reich möglich war, wird nun weltweit spekuliert. Am aufgeregtesten logischerweise von den Nachbarn, die sich von Pjöngjang bedroht fühlen. Da fällt auch das Wort “Provokation”.
Der Wissenschaftler Tosahimitsu Shigemura von der Wasada-Universität in Tokio sieht nun die Gefahr eines Atombombentests steigen. Und er fragt nach den Chancen für neue Sanktionen durch die USA und Südkorea. Er meint, Nordkorea werde jetzt nach Wegen suchen, um sich dem Druck nicht beugen zu müssen und dabei auch einen Atomtest durchführen.
Es ist der unendliche Konflikt der verfeindeten Brüder, die völkerrechtlich ihren Krieg von 1951 immer noch nicht beendet haben. Man erinnere sich an die wachsenden Spannungen genau vor zwei Jahren, als nordkoreanische Waffen ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkten in Gewässern, die beide beanspruchen.
Ebenso wie das Inselchen Yongpyeong, auf dem nordkoreanische Bewohner oder auch Militärs – wer weiß das schon so genau – von südkoreanischer Artillerie beschossen wurden.
Nordkorea hatte 2009 nach internationaler Kritik an einem Raketenstart die Mehrparteiengespräche über sein Atomprogramm abgebrochen.