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Militärputsch in Guinea-Bissau

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Militärputsch in Guinea-Bissau

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In Guinea-Bissau ist es zu einem Militärputsch gekommen. Soldaten verhafteten den Minister-präsidenten Carlos Gomes Junior und den Interims-Präsidenten Raimundo Pereira. Das Militär teilte mit, man sei dazu gezwungen worden, da die Regierung die Streitkräfte mit Hilfe der Armee von Angola vernichten wolle. Es gebe entsprechende Geheim-Dokumente.

Ein Militärsprecher sagte weiter, die Lage hätte sich zugespitzt, als eine angolanische Delegation in Bissau eintraf. Der Höhepunkt sei aber erreicht gewesen, als der angolanische Botschafter so kühn war, zum Hauptquartier des Militärs zu gehen und den Militärchef zu beschuldigen, einen Staatsstreich in Guinea Bissau zu planen.

Der UN Sicherheitsrat, die EU und die Afrikanische Union verurteilten den Putsch. – Am Donnerstag hatten Soldaten das Haus von Ministerpräsident Gomes Junior in der Hauptsadt mit Granaten beschossen. Auf den Straßen soll es zudem heftige Schießereien gegeben haben.

Der portugiesische Außenminister Paulo Portas teilte unterdessen mit, es sei die Aufgabe der portugiesischen Regierung, die Armee zu mobilisieren, um die Sicherheit der portugiesischen Bürger in Guinea Bissau zu gewährleisten. Dies dürfe man nicht mit einem militärischen Eingreifen verwechseln.

Guinea Bissau war bis 1974 eine portugiesische Kolonie und ist das zweite westafrikanische Land, in dem das Militär putscht. Vor rund drei Wochen hatten bereits die Streitkräfte in Mali gemeutert.