Eilmeldung

Eilmeldung

Aussichtsreiche Kandidaten von Wahlliste ausgeschlossen

Sie lesen gerade:

Aussichtsreiche Kandidaten von Wahlliste ausgeschlossen

Schriftgrösse Aa Aa

Vor den Präsidentschaftswahlen in Ägypten hat die Wahlkommission 10 Bewerber von den Wahlen ausgeschlossen, darunter eine Reihe prominenter und teilweise aussichtsreicher Kandidaten.

So darf der ehemalige Chef des Geheimdienstes und Vertraute Mubaraks Omar Suleiman nicht antreten, weil er nicht genug Unterschriften gesammelt habe.
Der 75-jährige Suleiman lag zuletzt in den Umfragen mit 20,1 Prozent der Stimmen deutlich vor der Konkurrenz.

Ebenso wurde der Muslimbruder Chairat al-Schater gesperrt. Dieser ist noch aus den Zeiten unter Mubarak vorbestraft, der in seiner Regierungszeit hart gegen die Muslimbrüder vorging. Al-Schater wurde zwar nach Mubaraks Sturz begnadigt, die Urteile waren aber nie aufgehoben worden. Al-Schater lag in den Umfragen zuletzt bei 3,2 Prozent.

Deutlich bessere Aussichten hatte der der populäre radikalislamische Salafist Hasem Abu Ismail. Er lag vor seinem Ausschluss von den Wahllisten bei 11,7 Prozent. Abu Ismail wurde nicht zugelassen, weil seine Mutter laut Wahlkommission kurz vor ihrem Tod einen US-Pass erworben hat. Das Wahlgesetz schreibt aber vor, dass sowohl die Kandidaten als auch ihre Eltern ägyptische Staatsbürger sein müssen.

Die abgelehnten Bewerber haben nun zwei Tage Zeit, gegen die Entscheidung der Wahlkommission Einspruch einzulegen.

Als aussichtsreicher Kandidat gilt nun der aus der Muslimbruderschaft ausgeschlossene Abdul Moneim Abul Futuh, dem Umfragen mehr als 12 Prozent der Stimmen vorhersagen. Auch der ehemailge Generalsekretär der arabischen Liga, Amre Mussa, könnte das Rennen um die Präsidentschaft für sich entscheiden.

Die Umfragen haben allerdings einen entscheidenden Schwachpunkt: 39 Prozent der Wähler wissen demnach noch nicht, wem sie ihre Stimme geben wollen, das Potential für Überraschungen ist also groß.