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Allein Richard Löwenherz ging Breivik an die Nieren

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Allein Richard Löwenherz ging Breivik an die Nieren

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77 Tote Kinder und Jugendliche rührten ihn nicht. Aber ein Kreuzritter aus dem 12. Jahrhundert. Prozessbeobachter, Anwälte, Angeörige von Opfern und knapp Davongekommene beobachteten jede Regung Anders Behring Breiviks an seinem ersten Prozesstag. Er hat die 77 getötet, das hat er zugegeben.

John Christian Elden, Opferanwalt:

“Ihm kamen die Tränen, als diese Heldenbilder zu sehen waren von Richard Löwenherz und anderen, die er für gute Kreuzritter hält. Er sieht sich in der gleichen Rolle – womöglich hält er sich für einen von denen. Darum fing er an zu weinen, als er seinen Film wieder zu sehen bekam. Ich glaube, er war irgendwie stolz auf das, was er getan hat.”

Mette Yvonne Larson, Opferanwältin:

“Sein Projekt war ja kein Erfolg. Es gelang ihm nicht, den Multikulturalismus loszuwerden. Es gelang ihm nur, sich selbst vor Gericht zu bringen und viele Kinder und junge Erwachsene zu töten.”

Während der Angeklagte posiert wie ein erfolgreicher Torschütze, leiden Überlebende und Familien der Opfer. “Wir werden die nächsten zehn Wochen in der Hölle verbringen,” sagte Trond Henry Blattmann, dem Breivik den 17-jährigen Sohn auf der Insel Utøya erschossen hat.

Sinding Bekkedal hat das Massaker von Utoya-überlebt:

“Für mich ist das Wichtigste ein korrektes Verfahren. Wer Angehörige verloren hat, muss so viel Aufmerksamkeit wie möglich bekommen und der Täter so wenig wie möglich – die will er ja gerade.”

Breiviks Weltbild sei schwer zu verstehen, so sein Anwalt Geir Lippestad, “er hat den Wunsch, als zurechnungsfähig verurteilt zu werden.”

mit Reuters, AP, dpa