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Gerichtshof: Russland bewältigt Katyn-Massaker schleppend

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Gerichtshof: Russland bewältigt Katyn-Massaker schleppend

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Mehr als 70 Jahre nach dem Massaker von
Katyn hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland wegen menschenunwürdiger Behandlung der Angehörigen verurteilt – sie durften mehr als ein halbes Jahrhundert nicht nach der Wahrheit fragen.

Der russische Staat erkenne die Realität nur widerwillig an, kritisierten die Straßburger Richter – dass der sowjetische Geheimdienst tausende Polen ermordet habe.

Das Gericht ordnete aber nicht an, den Sachverhalt noch einmal komplett neu zu untersuchen.

Katyn liegt an der russischen Westgrenze. Dorfbewohner hatten im Jahr 1940 die Ankunft von Gefangenen in Waggons gesehen und wie sie scharf bewacht durch sowjetische Soldaten abtransportiert wurden. Dann hörten sie Schüsse und Schreie im Wald.

Die Vorfahren der 15 Kläger waren nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Polen gemeinsam mit etwa 22 000 anderen in Katyn und anderen Orten erschossen worden.

Im Wald von Katyn bei Smolensk wurden mehr als 4000 Leichen in Massengräbern verscharrt. Erst kurz vor dem Ende der Sowjetunion gestand der Kreml die Schuld ein.

mit Reuters, dpa, AFP