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"Man muss verrückt sein": Frankreichs Präsidentschafts-Kandidaten

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"Man muss verrückt sein": Frankreichs Präsidentschafts-Kandidaten

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In Frankreich steht am kommenden Sonntag
die erste Runde der Präsidentschaftswahlen an.
Der Wahlkampf ist in vollem Gange und befindet sich in der heißen Phase. Die zehn Kandidaten bringen sich alle in Stellung und kämpfen emotional um jede potentielle Stimme. Dabei geizen Sie  nicht mit Angriffen auf ihre Konkurrenten.
 
Der Sozialist Francois Hollande von der Parti Socialiste: “Viele Versprechen wurden nicht gehalten, so viel Rückgratlosigkeit rechtfertigt einfach keine zweite Amtszeit!”
 
Amtsinhaber Nicolas Sarkozy: “Mehr Beamte, weniger Arbeitszeit, eine bessere Bezahlung, wie soll man das unter einen Hut bringen? Ich verstehe, warum Herr Hollande ein Programm für nur ein Jahr vorstellt!
 
Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Partei Front National: “Der Zentrist ist das Weichei des Planeten, der unsinkbare Francois Bayrou. Er ist der Wendehals zu allen Seiten.”
 
Jean-Luc Mélenchon, Front de Gauche : “Wir müssen die Macht und die Führer der Rechten hinwegfegen, die uns in den vergangenen fünf Jahren in diese Misere gebracht haben.“ 
 
François Bayrou, MODEM: “Sie lügen alle. Sarkozy, weil er nicht auf seine Bilanz schauen will und Francois Hollande weil er Versprechen macht, die nicht zu halten sind!”
 
Eva Joly, Europe Ecologie-Les Verts: “Ich stehe zwischen der gemäßigten Linken, die nichts verspricht und der extremen Linken, die alles verspricht.”
 
Nathalie Arthaud, Lutte ouvrière: “Während die Arbeiter allen Grund haben, Sarkozy zu verabscheuen, haben sie aber auch keinen besonderen Grund Francois Hollande zu vertrauen!”
 
Jacques Cheminade, Solidarité et Progrès: “Wenn wir Bayrous Haushaltspolitik sehen, werden wir in der Krise im Nirgendwo landen. Und wenn man wie Sarkozy sagt, die Krise sei vorüber, dann ist man definitiv verrückt!”
 
Nicolas Dupont-Aignan: “Wenn wir eine protektionistiche Politik bezüglich der Autoindustrie z.B. und eine ausgeglichene Handelsbilanz hätten, dann hätten wir auch die französischen Arbeitslätze besser schützen können!”
 
Philippe Poutou, Nouveau Parti Anticapitaliste :  
“Ich stehe ganz alleine da. Ich habe keine Kumpel mit dabei. Und dabei bin ich es eigentlich gewohnt immer im Team zu arbeiten, egal ob wir ein Vorstands-Meeting stürmen oder zusammen streiken!”


 
Sechs Tage vor der ersten Wahlrunde ist man vor allem auf die Zahl der Nichtwähler gespannt.
2007 waren es rund 16 Prozent, 2002 gab es sogar die Rekordmarke von 30 Prozent beim ersten Wahldurchgang.
 
Politikexpertin Céline Bracq, BVA Institute Pollster
“Es herrscht nicht das gleiche Interesse an der Wahl wie im Jahr 2007. Andererseits haben wir auch nicht das Desinteresse, das man 2002 beobachten konnte. Wir werden wohl eine hohe Zahl an Nichtwählern haben, ungefähr 20 Prozent.
Aber 30 Prozent, wie einiger befürchten, werden wir nicht erreichen!”
 
Angesichts der schlechten Wirtschaftslage und der niedrigen Popularitätswerte von Präsident Nicolas Sarkozy, darf man gespannt sein, wie die französischen Wähler am kommenden Sonntag entscheiden werden.