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Überlebende sagen im Breivik-Prozess aus

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Überlebende sagen im Breivik-Prozess aus

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Mehr als 500 Journalisten haben sich für den Prozess gegen Anders Behring Breivik angekündigt, sieben Straßen im Umkreis des Gerichts werden für
den Verkehr gesperrt. Fast drei Millionen Euro kosten die Sicherheitsvorkehrungen. Die Staatsanwaltschaft will versuchen, die Aussagen Breiviks auf das Nötigste zu begrenzen, um die Hinterbliebenen zu schonen. Auch mehr als 50 Überlebende sollen zu Wort kommen.

Vegard Groslie Wennesland ist einer von ihnen. “Ich bin ein wenig beunruhigt”, sagt er, “ich habe ihn seitdem nicht mehr gesehen. Ich war noch nicht bei Gerichtsterminen, aber ich bin sicher, dass es in Ordnung sein wird. Als ich ihn zum letzten Mal sah, sah ich wie er schoss und meine Freunde tötete. Es ist hart, aber es ist wichtig, das durchzustehen.”

Auch Bjoern Ihler hat den Anschlag überlebt. Er konnte sich auf der Insel Utoeya retten, indem er zunächst in den Wald lief und sich dann ins Wasser stürzte. “Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Welt das hier sieht”, sagt er, “es ist eine Tragödie, die auf politischen Ideen basiert, die auch im Rest der Welt verbreitet sind und die wir bekämpfen müssen, so wie wir derartige extremistische Aktionen bekämpfen müssen.”

Medien erwarten den größten Prozess in der Geschichte Norwegens. In 17 Gerichtssäle im gesamten Land werden die Geschehnisse live
übertragen – für die vielen Angehörigen und Hinterbliebenen, die im Osloer Gericht keinen Platz mehr finden.