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Breivik weint nur um sich selbst

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Breivik weint nur um sich selbst

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Die Ausführungen der Staatsanwaltschaft brachten ihn allenfalls zum Grinsen. Der mutmaßliche Massenmörder Anders Behring Breivik muss sich seit Montag vor Gericht in Oslo verantworten.

Die Beschreibung der Morde an 77 Kindern und Jugendlichen auf der Insel Utoya rührten ihn wenig. Erst bei der Vorführung der von ihm ins Internet gestellten Filme kamen ihm die Tränen. Seine Taten hatte der 33-jährige im Vorfeld bereits gestanden, erklärte sich am ersten Verhandlungstag trotzdem für nicht schuldig. Breivik spricht weiter von Notwehr gegen den norwegischen Staat.

Mette Yvonne Larsen, Opferanwältin:

“Während der Verlesung der Anklageschrift hat er kaum reagiert, obwohl die Beschreibung seiner schrecklichen Taten eineinhalb Stunden dauerte. Erst während seines eigenen Films hat er etwas geweint. Das liegt an seiner Persönlichkeit – seine Opfer tun ihm nicht Leid, er bemitleidet sich selbst.”

Das Medieninteresse im In- und Ausland ist riesig – eine Bühne, die der Angeklakte zum Prozessauftakt für sich zu nutzen weiß.

“Es ist wichtig, dass die Welt das hier alles mitbekommt”, sagt Bjoern Ihler, Überlebender des 22. Juli auf der Insel Utoya. “Denn schließlich diente hier ein Gedankengut als Fundament, das in der Welt sehr weit verbreitet ist. Wir müssen dem Extremismus den Kampf ansagen”.

Zum Prozessauftakt bringen die Norweger Blumen nach Utoya, machen einander Mut. Denn am zweiten Tag des Prozesses gegen Anders Breivik, wird sich dieser selbst zu seinen Taten äußern dürfen.