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Erforschung der Titanic geht weiter

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Erforschung der Titanic geht weiter

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1985 lag die Titanic bereits 73 Jahre auf dem Grund des Meeres.
Damals entdeckte ein Team aus amerikanischen und französischen Forschern das Wrack des Luxusliners – dank eines neu entwickelten, sehr sensiblen Radargeräts.

Damit begann eine neue Welle von Unterwasser-Expeditionen.

Denn die Tragödie des Untergangs fesselte Forscher und Öffentlichkeit gleichermaßen.

Diese Bilder stammen von einem Unterwasser-Roboter von 1986. Neue Maschinen können jedoch tiefer tauchen und länger unter Wasser bleiben – so wie Nereus. Er wurde an der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachussetts entwickelt.

“Wenn wir früher wollten, dass der Roboter eine Position hält, hätten wir mit einem Joystick dasitzen müssen, um die Ausrichtung und die Tiefe gegen die Strömung konstant zu halten.
Heutzutage müssen wir bei den Kontrollsystemen der Roboter nur einen Knopf drücken. Es ist wie beim Autopiloten in einem Flugzeug.”

Mit Computerprogrammen, die für fliegende Dronen entwickelt wurden, hat Bowen’s Team die Roboterführung auf Unterwasser-Expeditionen ausgedehnt.

Und aus der schweren Schnur aus Stahl und Kufper, die Befehle und Informationen weiterleiten sollte, ist ein leichtes, flexibles Glaskabel geworden, das Informationen viel schneller weiterleiten kann.

“Wenn Nereus zum Meeresgrund sinkt, zieht er einen sehr dünnen Faden hinter sich her, so wie diesen hier. Er baut sich fast ein Spinnennetz, aus Glas, während er seiner Arbeit im Ozean nachgeht. Dieses Glas erlaubt uns, dem Roboter Informationen zu geben und ihn zu kontrollieren, und natürlich auch, Informationen an die Oberfläche zu bekommen.”

Heute können Kontrolleure und Wissenschaftler vor Computerbildschirmen sitzen und von dort aus die Manöver des Roboters im Ozean verfolgen.

Dieser kartographiert nebenher auch den Meeresgrund und sucht nach Erdöl und Mineralien.

Einer, der sich wie wenige andere mit Expeditionen im Meer auskennt, ist der Amerikaner Robert Ballard, ein frühererer Marineoffizier. Ihm wird die Entdeckung der Titanic und des Schlachtschiffs Bismarck zugeschrieben.

“Ich muss nicht einmal auf einem Schiff sein. Ich leite das Zentrum für Telekommunikation bei der Hochschule für Ozeanographie auf Rhode Island. Wenn ich die Kommandozentrale betrete, glaube ich, auf dem Schiff zu sein.”

Die neue Technik arbeitet effizienter und kostet weniger. Schließlich können Wissenschaftler und Studenten die Expeditionen hunderte von Kilometern entfernt verfolgen.

“Mit dieser Roboter-Technik können Sie den Roboter hinunter schicken und dort lassen. Das war ganz wichtig. Wir konnten die Technik unten lassen, bis wir sie wieder nach oben holten. Das war ein Schlüssel unseres Erfolgs. Außerdem hatten wir spezielle Kameras, die im Dunkeln viel bessere Aufnahmen machen konnten. Alle Neuerungen, die es gab, haben die Erforschung der Titanic möglich gemacht.”

Auch 100 Jahre nach ihrem Untergang fasziniert die Titanic also immer noch zahlreiche Ingenieure und Forscher.