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"Solche Aktionen untergraben die Stabilität, die Investoren suchen"

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"Solche Aktionen untergraben die Stabilität, die Investoren suchen"

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Die angekündigte Verstaatlichung der
argentinischen Repsol-Tochter YPF hat die Beziehungen zwischen Buenos Aires und Madrid extrem gespannt. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte die Enteignung des größten Erdöl-Unternehmens des Landes mit fehlenden Investitionen des spanischen
Mehrheitseigners begründet.

Paul McDowell, euronews:

“Wir diskutieren jetzt über den eskalierenden Streit zwischen Spanien und Argentinien mit dem Sprecher der EU-Handelskommissars, John Clancy. John, der Streit gerät irgendwie außer Kontrolle, was kann die EU tun?”

John Clancy, Sprecher des Handelskommissars Karel De Gucht:

“Wir wollen auf EU-Ebene klarmachen, dass die EU, die Kommission voll und ganz hinter Spanien steht, mit all seinen Bedenken. Wir haben unsere Einwände bereits bei der argentinischen Regierung geäußert, und wir werden das auch weiter tun.

Der Grund für unsere Bedenken auf europäischer Ebene – und das haben wir gegenüber der argentinischen Regierung auch unterstrichen – ist einfach: Investoren, Unternehmen, ob europäische oder internationale, brauchen Stabilität und Berechenbarkeit, wenn sie ihre Investitionen weitweit plazieren. Und solche Aktionen wie derzeit im Fall Repsol untergraben die Stabilität, die Investoren suchen.”

euronews:

“Sie sprechen von Unterstützung, die Sie sprechen von Bedenken, aber was haben Sie konkret vor in Verbindung mit Spanien?”

John Clancy:

“Wir haben ein Treffen in Argentinien zwischen der EU und der argentinischen Regierung abgesagt. Das wäre noch in dieser Woche gewesen. Dieses Treffen stand seit Wochen oder Monaten auf der Tagesordnung. Mit dem Thema Repsol hatte es nicht direkt zu tun. Trotzdem – es ist ein sehr klares Signal an die Argentinier, dass wir ernsthafte Bedenken haben.”

euronews:

“Repsol hat ganz klar Entschädigung gefordert. Unterstützt die EU das?”

John Clancy

“Nun, natürlich sind es Repsol und die spanische Regierung, die über die entsprechenden rechtlichen Schritte entscheiden, die sie in unternehmen wollen.”

euronews:

“Sie geben den Ball zurück an Repsol. Ist es jetzt nicht angesagt, dass die EU etwas unternimmt, dass Sie wahrgenommen werden als Handelnde, als Botschaft an andere Länder und Botschaft an die ganze Gruppe?”

John Clancy:

“Nun wir machen ja was. Wir äußern unser Anliegen auf höchster diplomatischer Ebene und Barroso selbst hat eine sehr klare Botschaft abgesetzt. Er hat sich in dieser Angelegenheit an die argentinische Regierung gewandt. Unsere Bedenken sind auf dem Markt, sie sind klar, wir sind nicht glücklich über diese Entwicklung.”

euronews:

“Wie wichtig ist das Timing? Spanien ist mit seinen wachsenden Schulden-Problemen nicht gerade in Top-Form.”

John Clancy:

“Das ist keine Frage von gutem oder schlechtem Timing. Was Investoren, Unternehmen, europäische und andere suchen, sind Stabilität und Berechenbarkeit. Solche Aktionen verbreiten aber eine gegenteilige Botschaft auf den Kerngeschäftsfeldern. Das ist nicht gut für Europa, aber es ist auch nicht gut für die argentinische Wirtschaft.”

mit dpa