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Frankreich entscheidet über neuen Präsidenten

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Frankreich entscheidet über neuen Präsidenten

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In wenigen Tagen wählen die Franzosen ihren Präsidenten. Die Bewerber der großen Parteien machen die Sache nun wohl doch unter sich aus: Trotzdem geben sich gerade auch die Parteien weiter links und weiter rechts noch nicht geschlagen – besonders in Gegenden, wo es den Menschen schlechter geht.

“Die sind im Wahlkampf eben auf Stimmen aus”, sagt aber ein Fleischer in der Umgebung von Paris skeptisch, nachdem er ein Wahlprogramm der rechten Fronat National ausgehändigt bekommen hat. “Wenn sie erst mal im Amt sind, ist von kleinen Geschäftsleuten kaum noch die Rede – obwohl wir doch die Staatskassen füllen.”

Viele sind nach fünf Jahren unter dem jetzigen Präsidenten enttäuscht, wie diese Arbeiter, deren Fabrik – in der gleichen Gegend, im Departement Oise – zugemacht hat. Diese Franzosen werden jetzt wohl einen anderen wählen – oder vielleicht auch gar nicht. Jeder Fünfte ist noch unentschlossen.

“Wir brauchen jetzt einen Bewerber”, sagt einer der Entlassenen, “der die Abwanderung der Arbeitsplätze stoppt und der den Mindestlohn besser an das heutige Leben der Franzosen anpasst. Aber keine Ahnung, wo es den geben soll…”

Gewählt wird am Sonntag: Die neuen Umfragen zeigen den Sozialisten François Hollande weiterhin mehr oder weniger vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Zwei Wochen später kommt es demnach zu einer Stichwahl, die Hollande
ebenfalls gewinnen würde.

Laut dem Insitut BVA würde Hollande im ersten Durchgang mit 29,5 Prozent der Stimmen knapp vor Sarkozy landen, der auf 27,5 Prozent käme. Für die
Stichwahl sagt die Umfrage Hollande 56 Prozent voraus – Sarkozy käme danach auf 44 Prozent.

Eine Umfrage des Instituts CSA sieht Hollande sogar mit 29 Prozent in der ersten Runde vor Sarkozy (24) und in der Stichwahl mit 58 Prozent (Sarkozy: 42).