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Spaniens König entschuldigt sich für umstrittenen Jagdausflug

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Spaniens König entschuldigt sich für umstrittenen Jagdausflug

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Das Leben als König ist auch nicht mehr das, was es
mal war: Wegen seines verunglückten Jagdausflugs nach Afrika hat sich Spaniens Juan Carlos jetzt öffentlich entschuldigt. Bei diesem Ausflug hatte er sich in seiner Unterkunft die Hüfte gebrochen und musste mit einem Privatflugzeug zurückbefördert werden: Dadurch wurde die Reise überhaupt erst bekannt.

Es tue ihm sehr leid, sagt der König beim Verlassen des Madrider Krankenhauses, in dem er operiert wurde. Er habe einen Fehler gemacht, und es werde nicht wieder vorkommen.

Mitten in der Krise eine teure Reise nach Botswana zu machen, um dort Elefanten zu jagen – das stieß bei vielen Spaniern auf ungewöhnlich scharfe Kritik. Sie selber leiden unter einer schwachen Wirtschaft, extrem hoher Arbeitslosigkeit und milliardenschweren Einsparungen.

Noch in seiner Weihnachtsansprache hatte Juan Carlos zudem seine Untertanen zum Maßhalten in der Krise aufgefordert. Von den Eliten im Land verlangte er außerdem beispielhaftes Verhalten.

Kritik richtet sich auch gegen den König als Ehrenvorsitzenden des World Wildlife Fund in Spanien. Der WWF-Posten und die Elefantenjagd passen für viele nicht unbedingt zusammen.

“Die Monarchie war in Ordnung für den Übergang zur
Demokratie”, sagt ein Mann, der vor dem Krankenhaus demonstriert. “Aber in diesem Jahrhundert und unter diesen Umständen passt das einfach nicht mehr. Ich schäme mich für mein Land.”

“Könige haben schon immer gern gejagt”, meint dagegen ein anderer. “Deswegen braucht man aber keine Republik: Damit haben wir in Spanien keine guten Erfahrungen gemacht. In der letzten Republik hatten wir einen Bürgerkrieg.”

Der 74-jährige König hat nun eine Hüftprothese. Nach Angaben der Ärzte hat er sich gut erholt. Nun steht eine Rehabilitation an.

Die Beliebtheit des Königshauses hat der Vorfall nicht erhöht: Zuletzt hatte sich des Königs Schwiegersohn unbeliebt gemacht. Iñaki Urdangarín,
früher als Handballer ein Star, werden zweifelhafte Geschäfte mit öffentlichen Geldern vorgeworfen.

Allerdings genießt Juan Carlos selber im Volk immer noch große Sympathie. Seit 1975, seit dem Ende der
Francodiktatur, sitzt er auf dem Thron; unvergessen ist sein mutiges Auftreten während des Putsches von 1981.