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Wahl in Ägypten: gestern Favorit, heute ausgeschlossen

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Wahl in Ägypten: gestern Favorit, heute ausgeschlossen

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Das Rennen um das Präsidentenamt in Ägypten ist wieder vollkommen offen. Die Wahlkommission hat im Vorfeld zehn Kandidaten ausgeschlossen, unter ihnen drei der aussichtsreichsten. Deren Einspruch wurde abgelehnt. Als Begründung nennt die Kommission formale Fehler. Unter ihnen sind der Muslimbruder Chairat al-Schater und der frühere Geheimdienstchef Omar Suleiman.

Eine gute Entscheidung, findet Abdel Lastif aus Kairo, die die Integrität des ägyptischen Rechtssystems demonstriere, das sich nicht durch die öffentliche Meinung beeinflussen lasse. Die Entscheidung stelle alle die zufrieden, die keine Vertreter des alten Systems oder der Islamisten unterstützten.

Khaled el-Helawy spricht von Erleichterung, dass Suleiman, al-Schater und Abu Ismail disqualifiziert wurden. Sie seien das eigentliche Problem. Der Justizapparat überwache alles, man wolle keine Beanstandung, die Wahlurne werde die Entscheidung bringen.

Der radikale Prediger Abu Ismail wurde ausgeschlossen, weil seine Mutter einen amerikanischen Pass gehabt haben soll. Um als Kandidat zugelassen zu werden, müssen auch die Ehepartner und Eltern Ägypter sein.

Die Wahlkommission sei keine Rechts-, sondern eine Verwaltungskommission, empört sich Hussein Mohammed Hussein. Deshalb dürfe sie in dieser Frage nicht das letzte Wort haben. Nachdem Abu Ismail in Führung gelegen hatte, hätten sie ein Papier ohne offiziellen Charakter vorgelegt.

Die Anhänger von Abu Ismail reagierten besonders heftig auf dessen Ausschluss und protestierten vor dem Gebäude der Wahlkommission. Gewählt wird in Ägypten am 23. Mai. Die mögliche Stichwahl soll 16. Juni stattfinden.