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Frankreich auf der Suche nach dem Anti-Schuldenrezept

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Frankreich auf der Suche nach dem Anti-Schuldenrezept

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Eines der prägenden Themen im französischen Präsidentschaftswahlkampf ist ganz klar die Wirtschaft und wie man sie fit machen kann für Gegenwart und Zukunft. Der um seine Widerwahl kämpfende Präsident Nicolas Sarkozy setzt auf mehr Investitionen zugunsten von mehr Arbeitsplätzen. Hauptherausforderer Francois Hollande will die Reichen besteuern. Einig sind sich beide: Der Schuldenstand muss runter.

Jean-Marc Vittori, Leitartikler bei Les Echos: “Frankreich hat ebenfalls ein Schulden- und Haushaltsproblem, aber dies ist weniger schlimm als in Griechenland, da Frankreich nie gelogen hat, es ist nicht so schlimm wie in Italien, weil die Schulden niedriger sind und es ist nicht so schlimm wie in Spanien, weil das Defizit nicht explodiert ist. Aber Frankreich hat ein wirkliches Problem damit, seine öffentlichen Ausgaben zu kontrollieren.”

Im laufenden Jahr soll die Wirtschaft in Frankreich laut Experten um rund ein halbes Prozent wachsen. Die Gesamtverschuldung lag zuletzt bei 85,8 Prozent des BIP und die Arbeitslosigkeit war bis Februar auf 10 Prozent angeschwollen.

Ein weiteres Problem für den neuen Präsidenten: Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Der Autohersteller Renault etwa eröffnete erst jüngst ein neues Werk in Marokko – wegen geringerer Arbeitskosten. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Derweil sehen Sarkozy wie auch Hollande im Wahlkampf die Wirtschaft im kommenden Jahr um rund 1,7 Prozent steigen. Experten halten einen Anstieg von einem Prozent für realistischer.