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Das ägyptische Volk erhebt sich gegen Militärs

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Das ägyptische Volk erhebt sich gegen Militärs

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Zehntausende Ägypter haben sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt und ein Ende der Militärherrschaft gefordert. Sie fürchten, die Militärregierung wolle ihre Zeit an der Macht verlängern.

Zum ersten Mal seit vielen Monaten standen Demonstranten aus den Reihen der Islamisten wieder gemeinsam mit Liberalen und Jugendgruppen auf dem Tahrir-Platz, um Reformen zu verlangen. Ein junger Mann zählte seine Forderungen auf: “Persönlichkeiten des alten Regimes, wie etwa Amr Moussa sollten von den Wahlen ausgeschlossen werden. Das Komitee, das eine neue Verfassung aufsetzt, muss aufgelöst und die politischen Gefangenen freigelassen werden.”

Radikale Salafisten protestierten gegen den Ausschluss ihres Präsidentschaftskandidaten Hasem Abu Ismail. Eine Frau sagte: “Wir haben die Männer des alten Regimes satt. Wir haben keine Diebe vertrieben, um sie durch andere Diebe zu ersetzen.”

Die Wahlkommission lehnte die Kandidatur von insgesamt zehn Bewerbern offiziell aus formalen Gründen ab. Viele Ägypter sind empört, sie hatten sich von den Wahlen einen Neuanfang erhofft: “Wir haben alle unsere Gründe hier zu sein, das Wichtigste ist jedoch, die Revolution zu Ende zu bringen,” so ein älterer Mann.

Der Militärrat sollte eigentlich seine Macht am 30. Juni an den neu gewählten Präsidenten übergeben, doch ob dieser Zeitplan eingehalten wird, ist ungewiss.

Unser Korrespondent Riad Muasses erklärt: “Einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen protestieren die Menschen in mehreren Städten des Landes gegen den Militärrat und den Auschluss von Kandidaten. Falls die Proteste weiter gehen, könnte der Militärrat sie als Vorwand nehmen, um die Wahlen auf unbestimmte Zeit zu verschieben.”