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Ecclestone kritisiert Force-India-Team

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Ecclestone kritisiert Force-India-Team

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Beim Grand Prix in Bahrain scheiden sich die Geister. Das prestigeträchtige Rennen soll trotz der Unruhen und Proteste in der Golfmonarchie wie geplant über die Bühne gehen.

Kritiker verurteilen die Entscheidung als verantwortungslos, Sport dürfe nicht unpolitisch sein und so tun als sei alles in Ordnung.

Im vergangenen Jahr hatte die Formel-1 das Rennen abgesagt. Experten zufolge belief sich der Verlust damals auf umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erklärte unterdessen, er könne das Rennen gar nicht absagen, selbst wenn er wollte. Der Milliardär
kritisierte zudem das Force-India-Team, das wegen der Unruhen auf das zweite freie Training verzichtet hatte, um alle Teammitglieder vor Anbruch der Dunkelheit ins Hotel bringen zu können.

Formel-1 in Bahrain: “Dies ist kein neutraler Sport”

Die Proteste im Bahrain stehen kurz vor dem Rennen an diesem Wochenende im Scheinwerferlicht. Euronews-Journalist Ali Takach hat Hala Shehabi, Aktivistin und Sprecherin der Opposition in Bahrain, nach den nächsten Schritten der Opposition gefragt.

Hala Shehabi, Oppositionssprecherin in Bahrain: “Der Kampf wird weitergehen. Die Bewegung auf den Straßen wird weiter Druck auf die Regierung ausüben, damit die auf die legitimen Forderungen nach einem gewählten Parlament, einer gewählten Regierung und einem gewählten Ministerpräsidenten eingeht. Der ist bereits seit 41 Jahren an der Macht.”

Euronews: “Warum ist das Timing der Formel-1 so wichtig für die Proteste?”

Shehabi: “Die Formel-1 steht hinter der Königsfamilie. Der Kronprinz ist der offizielle Schirmherr des Rennens. Mitglieder der Königsfamilie sind Organisatoren und Hauptinvestoren des Motorsports. Deshalb liegt es auf der Hand, dass die Formel-1 zur Zielscheibe der Protestbewegung wird. Vor allem, da Medien im Land sein werden, und weil Bahrain in die Aufmerksamkeit rückt.”

Euronews: “Welche Botschaft wollen Sie mitteilen?”

Shehabi: “Die Botschaft ist klar. Es ist ein Kampf für Freiheit und Befreiung. Ein Kampf für mehr Beteiligung. Für die Freilassung politischer Häftlinge, es gibt mindestens 600 Gefangene. Menschen müssen in ihre alten Berufe zurückgelangen. Die Unterdrückung von friedlichen Protesten muss ein Ende finden. Journalisten wurden heute vor Ort Zeugen der Unterdrückung von friedlichen Protesten mit Tränengas, Blendgranaten, Gummigeschossen und gefährlichen Schrotkugeln.”

Euronews: “Was möchten Sie den Organisatoren der Formel-1 und ihren Fans weltweit sagen?”

Shehabi: “Die Botschaft ist klar: Unterstützen Sie nicht die Königsfamilie, die in ernsthafte Verletzungen der Menschenrechte verwickelt ist. Sie haben eine ethische Verantwortung und dies ist kein neutraler Sport. Es ist ein Trugschluss, dass es keine Verbindung zwischen Sport und Politik gibt. Wir haben das leider in Südafrika, Argentinien und in anderen Teilen der Welt gesehen.”

Euronews: “Seit der Absage im letzten Jahr ist es der Regierung in Bahrain gelungen, das Management davon zu überzeugen, dass das Rennen in diesem Jahr stattfindet und dass die Lage ruhiger ist. Was denken Sie darüber?”

Shehabi: “Die Entscheidung, das Rennen stattfinden zu lassen, war rein kommerziell. Das Eigeninteresse der Formel-1 stand im Vordergrund. Das liegt auf der Hand. Seit vergangenem Jahr haben wir immer wieder wahre und ernste Reformen gefordert – die Regierung hatte ein Jahr Zeit, um mit der Opposition in den Dialog zu treten und eine politische Lösung zu finden. Die Botschaft an die Regierung lautet, den politischen Konflikt zu lösen. Nur das kann den Menschen in Bahrain Stabilität und Sicherheit bringen.”