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Biker-Demo für orthodoxe Kirche in Moskau

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Biker-Demo für orthodoxe Kirche in Moskau

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In der Moskauer Innenstadt haben sich am Samstag zahlreiche Biker und Schaulustige zu einer Solidaritätskundgebung für die orthodoxe Kirche versammelt. Diese stand jüngst wegen ihrer Unterstützung für Vladimir Putin bei vielen Russen wiederholt in der Kritik. Sie hatte daraufhin verschiedene Gruppierungen beschuldigt, einen organisierten Feldzug gegen die Kirche zu unternehmen. Wsewolod Tschaplin, Sprecher der Kirche, trat bei der Kundgebung ebenfalls auf: “Die Menschen haben von sich aus beschlossen, ihre religiöse Solidarität zu bekunden, und das ist sehr gut. Wir sollten Böses nicht mit Bösem vergelten und Agression nicht mit Agression. Wir sollten mit weiser, freundlicher Stärke auf die Anschuldigungen gegen die Kirche reagieren, die in diesen Tagen vorgebracht werden.”
Anschuldigen, in denen es auch um den mit dem Armutsgelöbnis unvereinbaren Lebensstil einiger Geistlicher geht, um die sündhafte teure Armbanduhr des Patriarchen Kyrill etwa, oder seinen unchristlichen Nachbarschaftsstreit.
Doch ein Anführer der Biker sieht das gelassen:
“Wozu das ganze Gedöns? Der Patriarch hat sich etwas zuschulden kommen lassen. Die teure Uhr, die Affäre um sein Appartment, und wenn er rechtlich belangt werden kann, sollte das Gericht dies tun. Ansonsten wird Gott ihm seine gerechte Strafe geben.”
Der Bikerkorso zu Ehren der Orthodoxie konstrastiert
die Meinung des Moskauer Bürgertums. Es empört sich über die Haltung der Kirche gegenüber der Band Pussy Riots, deren Mitglieder wegen eines Auftritts in einer Kirche mehrjährige Haftstrafen drohen.