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Präsidentenwahl in Frankreich: Hollande gewinnt erste Runde gegen Sarkozy

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Präsidentenwahl in Frankreich: Hollande gewinnt erste Runde gegen Sarkozy

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Keine Überraschung in Frankreich: Der Kandidat der Sozialisten Francois Hollande hat laut ersten Hochrechnungen mit 27,5 Prozent die Nase vorn. Der amtierende konservative Präsident Nicolas Sarkozy hat es mit 26,6 Prozent auf den zweiten Platz geschafft.
 
Bei der Stichwahl am 6. Mai wird also “Mister Normalo”, wie sich Hollande selbst bezeichnet gegen “Mister Bling Bling”, wie Sarkozy von der Presse getauft wurde, antreten.

Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, liegt mit 19,9 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Sie schnitt überraschend stark ab. Die Umfrage-Institute hatten rund 16 Prozent für Le Pen vorhergesagt.
 
Der Linkskandidat Jean-Luc Melenchon kam auf 10,4 Prozent, weniger als erwartet. Er gilt als talentierter Redner und während des Wahlkampfs hatte er oft die Massen begeistert.

Der Zentrumskandidat Francois Bayrou konnte nur 9,2 Prozent der Wähler überzeugen. Experten zufolge wird er jedoch von Hollande und Sarkozy umworben werden. Beide sind scharf auf seine Wählerschaft und hoffen auf eine Wahlempfehlung von Bayrou.
 
Die kleinen Kandidaten schnitten folgendermaßen ab: Die ehemalige Ermittlungsrichterin, Eva Joly von den Grünen, kam auf 2 Prozent und der frühere Verwaltungsbeamte Nicolas Dupont-Aignan auf 1,8 Prozent.  
 
Weit abgeschlagen sind Philippe Poutou von der Neuen Antikapitalistischen Partei mit 1,2 Prozent, Nathalie Arthaud von der trotzkistischen Linkspartei mit 0,7 Prozent und Jacques Cheminade mit 0,2 Prozent.
 
In Frankreich durften die Medien die ersten Hochrechnungen nicht vor 20 Uhr veröffentlichen. Im Zeitalter von Twitter und Facebook wurde das Kommunikationsverbot jedoch zur Farce. Die Internetnutzer griffen auf Codebotschaften zurück, wie einst die Resistance während des Zweiten Weltkrieges. Auf Twitter war also zu lesen: “In Kanada ist der holländische Ahornsirup teurer als der ungarische.” Mit Holland wurde auf den Kandidaten der Sozialisten Francois Hollande angespielt, Ungarn stand für Nicolas Sarkozy, der ungarische Wurzeln hat.